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Hinterlocher Mühle - Ellbögen
Die Mühle am Falkasanerbach
Die Hinterlocher Mühle befindet sich in Innerellbögen Richtung Arztal und stammt vermutlich aus dem 16. Jahrhundert.
Auf dem Kammrad ist die Jahreszahl 1738 eingeschnitten, die wahrscheinlich auf die Erneuerung dieses Getriebeteiles hinweist. Da die Mühle bis 1951 in Betrieb und das Kammrad bis zu diesem Zeitpunkt noch funktionsfähig war, kann das Alter der Mühle vielleicht noch um diesen Zeitraum (ca. 200 Jahre) höher angesetzt werden. Hinweise in entsprechenden Urkunden (Grundbuch, Höfeverzeichnis) konnten nicht gefunden werden.

Die Mühle gehört zu 11 Höfen (Schneider, Truieler, Fuchs, Adamer, Kastner, Schrötner, Lener, Hinterlarcher, Singer, Käfer und Walzer), deren Besitzer in regelmäßigen Abständen einen "Mühlherrn" aus ihrer Mitte wählen, der dafür zu sorgen hat, daß der Mahlbetrieb in geregelten Bahnen verläuft und die Mühle funktionsfähig bleibt. Gegenwärtig ist dies Franz Peer (Fuchsbauer), der mit Hilfe der anderen Eigentümer und zweier ortsansässiger Handwerksmeister (Wagnermeister Josef Eller und Schmiedmeister Ludwig Hölzl) 1995/96 die fast ganz verfallene Mühle renovierte und als Schaumühle für die Öffentlichkeit zugänglich machte.

Eine Wanderung nach Innerellbögen zur Schaumühle am Falkasanerbach und zurück über Oberellbögen ist sehr empfehlenswert (ca. 30 Minuten). Von Mai bis Ende September jeden Freitag von 14 bis 17 Uhr Schaumahlungen, nach denen die Mühlbäuerinnen bei der angeschlossenen Jausenstation selbstgemachte Speisen servieren. Auskünfte beim Mühlherrn: Fuchsbauer Franz Peer, Telefon (0512) 376 077.
Geschichte der Mühlen

Die ältesten Reibe-, Glätt- und Zertrümmerungswerkzeuge waren die Mörser und Mahlsteine. Aus den Mörsern sind die Stampf- und Pochwerke zur Zerkleinerung von Gestein, aus den Mahlsteinen die späteren, unterschiedlich bewegten Mühlsteine hervorgegangen.

Ihre älteste Form war die Handdrehmühle, bei der der obere Mahlstein entweder mit radial angebrachten Holzgriffen oder (später) mit einer Handkurbel gedreht wurde.

Erhöhter Getreidebedarf in der Antike und verbesserte Steinmetzkunst führten zu den, entweder von Sklaven oder Tieren bewegten Glockenmühlen, die sich aber nur in den römischen Großbäckereien bewährten. Bei ihnen ragt der untere Stein als abgeplatteter Kegel in den paßgerecht ausgehöhlten Läuferstein, der den nach oben offenen Trichter für das Korn enthielt.

Neben dieser einfachen, an die physiologische Grenze von Mensch und Tier gebundene Drehbewegung, trat aber bereits in der Antike die Erfindung des Mahlwerks, von der uns der römische, aus Verona stammende Architekt und Ingenieur Vitruv (Zeitgenosse des Kaisers Augustus, 30 v. - 14 n. Chr.) in seinem Werk "De architektura" eine genaue Beschreibung lieferte. Diese Mühlentechnik hatte 2000 Jahre, bis in unsere Zeit herauf, Bestand und auch die Hinterlocher Mühle entspricht genau diesem Mühlentyp.

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