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SUMMARY:Il pomo d'oro
DESCRIPTION:Die Barockoper par excellence\n\nPracht\, Ãœberfluss\, Spektake
 l: Pietro Antonio Cestis Â«Il pomo dâ€™oroÂ» war schon bei der UrauffÃ¼hru
 ng 1668 einzigartig â€“ und zugleich ein nahezu unauffÃ¼hrbares Unterfange
 n. Der enorme Aufwand\, die Vielzahl von Rollen und nicht zuletzt das Fehl
 en der Musik zweier Akte â€“ nur das Libretto blieb erhalten â€“ lieÃŸen d
 ie Oper im Laufe der Zeit zur Legende werden. Ottavio Dantone hat anlÃ¤ssl
 ich des 50. JubilÃ¤ums der Innsbrucker Festwochen die fehlenden Teile aus 
 Fragmenten und anderen Werken Cestis rekonstruiert\, sodass diese Festoper
  zum JubilÃ¤um zum ersten Mal seit ihrer UrauffÃ¼hrung wieder komplett erk
 lingt â€“ prachtvoll in Szene gesetzt von Fabio Ceresa und seinem Team.\n\
 nAn zwei aufeinanderfolgenden Abenden erzÃ¤hlen die Festwochen nicht nur v
 on dem Prunk und Spektakel\, die mit den Opern der Barockzeit allgemein un
 d bei keiner so sehr wie bei Â«Il pomo dâ€™oroÂ» einhergingen\, sondern ze
 igen auf der BÃ¼hne auch\, wie es zu dem vielleicht berÃ¼hmtesten Krieg de
 r Antike kam:\n\nAlle olympischen Gottheiten waren zur Hochzeit der wunder
 schÃ¶nen Meeresnymphe Thetis mit dem Sterblichen Peleus geladen. Nur eine 
 blieb auÃŸen vor: Eris\, die GÃ¶ttin der Zwietracht. In ihrer gekrÃ¤nkten 
 Wut ersann sie einen Streich: Sie warf einen goldenen Apfel in den Festsaa
 l â€“ mit der verhÃ¤ngnisvollen Inschrift Â«Der SchÃ¶nstenÂ». Sofort beans
 pruchten Juno\, Venus und Pallas Athene den Apfel fÃ¼r sich und entfachten
  damit einen Wettstreit\, in dem gÃ¶ttliche WÃ¼rde schnell allzu menschlic
 her Eitelkeit wich. Paris\, der als SchÃ¶nster aller Sterblichen galt\, wu
 rde von Jupiter zum Schiedsrichter im Streit um Â«Il pomo dâ€™oroÂ» bestim
 mt. Damit nahm eine Urteilsfindung ihren Anfang\, die Cestis Oper Ã¼ber zw
 ei Abende hinweg prÃ¤gt: Intrigen\, RivalitÃ¤ten und Liebesverstrickungen 
 entfalten sich in funkelnden Szenen\, wÃ¤hrend hinter all dem Prunk bereit
 s der Schatten der kommenden Katastrophe sichtbar wird â€“ des Trojanische
 n Krieges.\n\nDoch die Oper ist weit mehr als eine bloÃŸe Zuschaustellung 
 mythologischer WÃ¼rde: Inmitten von GÃ¶ttern\, Heroen und Allegorien blitz
 en immer wieder Momente voller Komik auf. Die Olympier zeigen sich eigenwi
 llig menschlich und herrlich Â«ungÃ¶ttlichÂ» â€“ mit Eifersucht\, Selbstlo
 b und kleinen Bosheiten\, die dem Werk beinahe kabarettistische ZÃ¼ge verl
 eihen. Â«Il pomo dâ€™oroÂ» stellt so die beiden Ebenen himmlischer Pracht 
 und irdischen Lebens dar\, die mal miteinander verflochten\, mal getrennt 
 voneinander die Handlung bestimmen.\n\nHistorische HintergrÃ¼nde\n\nÂ«Il p
 omo dâ€™oroÂ» wurde 1666 in Auftrag gegeben\, um die Hochzeit von Leopold 
 I. mit der Infantin Margherita Teresa von Spanien zu feiern. Da sich ihre 
 Ankunft in Wien verzÃ¶gerte und das Hoftheater auf der Cortina noch nicht 
 fertiggestellt war\, wurde die AuffÃ¼hrung verschoben. UrsprÃ¼nglich sollt
 e die Oper dann im Winter 1667/68 anlÃ¤sslich der Geburt des Sohnes Ferdin
 and Wenzel aufgefÃ¼hrt werden\; nach dessen frÃ¼hem Tod im Januar 1668 ver
 zichtete man naturgemÃ¤ÃŸ auf die Feierlichkeiten. SchlieÃŸlich wurde sie 
 am 12. und 14. Juli 1668 zur Feier von Margheritas Geburtstag uraufgefÃ¼hr
 t und eine Woche darauf noch ein weiteres (und zugleich letztes) Mal auf d
 ie BÃ¼hne gebracht.\n\nDer musikbegeisterte Leopold schrieb die Musik fÃ¼r
  Akt II\, Szene 9 und Akt V\, Szene 5 selbst\; Johann Heinrich Schmelzer s
 chrieb die Ballettmusik. Die Â«Ã¼brigeÂ» Musik schuf Cesti\, der 1665 zum 
 kaiserlichen Hofkapellmeister avancierte\, zuvor an der Sixtinischen Kapel
 le und davor wiederum als Musikdirektor der Privatkapelle von Erzherzog Fe
 rdinand Karl in Innsbruck wirkte. Die von Burnacini geschaffenen BÃ¼hnenbi
 lder wurden nachtrÃ¤glich von MatthÃ¤us KÃ¼sel in Kupfer gestochen und in 
 verschiedenen Ausgaben des Librettos verÃ¶ffentlicht. Die Namen der Beteil
 igten der UrauffÃ¼hrung sind bis auf einen Â«VincentinoÂ» â€“ einen Kastra
 ten\, der die Rolle der Venus sang â€“ unbekannt. Der Librettist Franceso 
 Sbarra\, der bereits in Innsbruck mit Cesti zusammengearbeitet hatte\, bem
 erkte im Nachwort des denkbar aufwÃ¤ndig gedruckten Librettos:\n\nÂ«Nicht 
 wenig trug zu dem Gelingen die Musik bei\, welche von den ersten Virtuosen
  dieses Jahrhunderts aufgefÃ¼hrt und von Signor Cavalier Cesti\, Ehren-Cap
 ellmeister Seiner MajestÃ¤t\, componirt war\, welcher\, stets bewunderndsw
 erth in seinen Compositionen in dieser sich unerreichbar erwies.Â»\n\nMit 
 seinen fÃ¼nf Akten und einem vorangestellten Prolog\, seinen in der ungekÃ
 ¼rzten Originalfassung nicht weniger als 47 Rollen und einer GesamtlÃ¤nge 
 von einst mehr als acht Stunden\, welche von den Innsbrucker Festwochen â€
 “ wie zu Zeiten der UrauffÃ¼hrung â€“ auf zwei aufeinander folgende Abende
  verteilt werden\, gilt Â«Il pomo dâ€™oroÂ» als Inbegriff der barocken Hof
 oper. Seine Anforderungen stellen die meisten anderen italienischen Opern 
 des 17. Jahrhunderts in den Schatten\; selbst die aufwendigen Spektakel\, 
 die Lully fÃ¼r Ludwig XIV. schuf\, verlangen nicht mehr. Die Vielfalt der 
 Instrumentalbesetzung\, der komischen und ernsten Elemente\, der Arien und
  Ensembles\, der Maschinen und anderer szenischer Effekte machen diese Ope
 r wÃ¼rdig fÃ¼r die olympische Stellung\, die ihr in der Geschichte der Ope
 r seit Guido Adlers Herausgabe in den Â«DenkmÃ¤lern der Tonkunst in Ã–ster
 reichÂ» Ende des 19. Jahrhunderts zukommt.\n\nWelch passende Oper also\, u
 m das 50. JubilÃ¤um der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik zu begehen.
  Und wo\, wenn nicht hier und unter der musikalischen Leitung von Ottavio 
 Dantone\, kÃ¶nnte die Â«UnauffÃ¼hrbareÂ» wieder zum Leben erweckt werden?\
 nFoto: Â© Amir Kaufmann\nAlle Infos und Tickets auf altemusik.at
LOCATION:Tiroler Landestheater\, Rennweg 2\, 6020 Innsbruck
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