Am Freitag, 22. November 2024, wird die berühmte Innsbrucker Hofkirche zum Schauplatz eines exklusiven und anspruchsvollen Konzerts mit dem Titel "Lectiones Nocturni 1705". Dieser Termin bildet den Abschluss der Konzertsaison derInnsbrucker Hofmusik2024, die im Frühjahr 2025 mit einer Reihe neuer Termine, wiederum in der Hofkirche, wiederkehren wird.
Das Ensemble der Innsbrucker Hofmusik vor dem Konzert "Tenebrae 1652" in der Innsbrucker Hofkirche (am 22. März 2024), Foto © TLM/Wolfgang Alberty
Ein kraftvolles und selten aufgeführtes Konzert
Für das Konzert "Lectiones Nocturni 1705" werden internationale Musiker und Sänger vor dem ikonischen Grab Maximilians I. von Habsburg Kompositionen aufführen, die für die Begräbnisfeiern der Kaiser des Hauses Habsburg geschrieben wurden, komponiert von Marc'Antonio Ziani, Vizekapellmeister am Wiener Hof ab dem Jahr 1700, und Kaiser Leopold I. selbst.
Leopold I. verfügte nämlich über eine verfeinerte musikalische Ausbildung und hatte die Musik für die Begräbnisfeiern seiner ersten und zweiten Frau, die 1673 bzw. 1676 gestorben waren, selbst geschrieben. Auf dem Konzertprogramm stehen auch Lieder aus dem Archiv der Wiener Hofkapelle.
Ein Moment während der Aufführung der Vespro della Beata Vergine von Claudio Monteverdi am 29. September 2022 im Rahmen der Innsbrucker Hofmusik, Foto © TLM/Reinhold Sigl
Ergreifende Musik... mit einem fröhlichen Ende des Abends
Alessandro Baldessarini mit seiner Theorbe bei der Aufführung von Claudio Monteverdis Vespro della Beata Vergine am 29. September 2022 im Rahmen der Innsbrucker Hofmusik, Foto © TLM/Reinhold Sigl
Es wird wie eine Zeitreise sein, bei der man einen Teil der feierlichen Zeremonien anlässlich des Todes eines habsburgischen Herrschers miterlebt, als drei Tage lang ohne Unterbrechung vor dem castrum doloris gebetet, gespielt und gesungen wurde, einer provisorischen Begräbniskapelle, die in der Renaissance und im Barock ausschließlich für diese Art von Begräbnisliturgie errichtet wurde.
Das Konzert beginnt um 19.00 Uhr, aber bereits um 18.15 Uhr kann man an einer kurzen Einführung (in deutscher Sprache) in das Repertoire des Abends teilnehmen. Und wie bei Innsbrucker Hofmusik-Veranstaltungen üblich, lassen Musiker, Sänger und Publikum im Anschluss an das Konzert den Abend bei einem Glas Wein im Foyer des benachbarten Tiroler Volkskunstmuseums ausklingen; eine festliche und einmalige Gelegenheit, mit den Protagonisten des Konzerts ein paar Worte zu wechseln.
Hofmusik in Innsbruck
In der Renaissance und im Barock war der Innsbrucker Hof ein wichtiges Zentrum der europäischen Musikelite. In dieser Zeit verfügte die Hofkapelle der Stadt über ein reiches Repertoire an geistlicher und weltlicher Musik. Die Konzerte der Innsbrucker Hofmusik knüpfen an diesen kulturellen Reichtum an und bringen jedes Jahr seltene Perlen aus dem musikalischen Repertoire des Tiroler Hofes und der habsburgischen Residenzen zur Aufführung. Das Konzertprogramm ist das Ergebnis einer sorgfältigen Recherche historischer Quellen, die von den Tiroler Landesmuseen in enger Zusammenarbeit mit dem künstlerischen Leiter der Reihe, Mariano Polin, durchgeführt wurde.
Ein Moment während der Aufführung der Vespro della Beata Vergine von Claudio Monteverdi am 29. September 2022 im Rahmen der Innsbrucker Hofmusik, Foto © TLM/Reinhold Sigl
Die Hofkirche: ein Gesamtkunstwerk
Die Konzerte der Innsbrucker Hofmusik finden in der Innsbrucker Hofkirche statt; in der Mitte das Kenotaph von Kaiser Maximilian I. von Habsburg, umgeben von den berühmten Bronzeskulpturen, Foto © Gerhard Berger
Veranstaltungsort der Konzertreihe "Innsbrucker Hofmusik" ist die Innsbrucker Hofkirche, ein wahres künstlerisches und... akustisches Juwel. Die Kirche wurde zum Gedenken an Kaiser Maximilian I. von Habsburg erbaut. In der Mitte des Kirchenschiffs befindet sich das Grab des Kaisers, das jedoch leer ist, da die Kirche zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1519 noch nicht errichtet worden war. Zu beiden Seiten des Grabes befinden sich 28 Bronzeskulpturen, die Verwandte, Vorfahren und ikonische Persönlichkeiten darstellen, die der Kaiser wegen ihrer Rolle bei der Verteidigung des Christentums ausgewählt hatte. Und obwohl die Kirche wegen der dunklen Patina der Bronzefiguren gemeinhin als Schwarzer-Mann-Kirche bezeichnet wird, befinden sich unter ihnen auch acht Frauen.
Neben ihren Kunstschätzen ist die Hofkirche auch für ihre "musikalischen Juwelen" berühmt. Dabei handelt es sich um drei außergewöhnliche historische Orgeln, die manchmal für Konzerte der Innsbrucker Hofmusik verwendet werden. Die Jörg-Ebert-Orgel aus dem Jahr 1558 ist die älteste in Österreich und befindet sich in der Nähe des Altars. In der Silbernen Kapelle steht eine Holzorgel aus der italienischen Renaissance, die älteste ihrer Art auf der Welt, und über dem Eingangsportal befindet sich die Orgel von Johann Caspar Humpel aus dem 18.
Nützliche Informationen
Innsbrucker Hofmusik: Lectiones Nocturni (1705)
Freitag, 22. November 2024, 19.00 Uhr
Konzerteinführung, 18.15 Uhr
Hofkirche
Eingang vom Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätstraße 2, Innsbruck
Eintrittskarten
Vollpreis 35 Euro, ermäßigt 25 Euro, Studenten 10 Euro
Kartenverkauf: an der Kassa des Tiroler Volkskunstmuseums
online unter eventim-light und auf öticket
Ausführende Lectiones Nocturni 1705:
Veronika Mair und Stephanie Pfeffer (Soprane)
Florencia Menconi (Altistin)
Alberto Allegrezza (Tenor)
Henry van Engen (Tenor und Posaune)
Davide Benetti (Bass)
Matthias Klenota und Gabriele Toscani (Geigen)
Annalisa Pappano, Mauro Colantonio und Julia Willeitner (Viole da gamba)
Joachim Pedarnig (Violone)
Johannes Ötzbrugger (Theorbe)
Christoph Anzböck (Orgel)
Marian Polin (Dirigieren)
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Eine bildende Künstlerin aus Mailand, die sich nicht nur mit Pinseln und Leinwänden beschäftigt, sondern auch gern über Kunst, Kultur, Musik, Design und Kreativität schreibt.
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