Das erste Wochenende im Mai ist ein fixer Punkt im Innsbrucker Sport-Eventkalender, genauer gesagt in der internationalen Trailruning Szene. An diesem Wochenende fällt der jährliche Startschuss zum Kick-off der Trailrunning Saison. Der Vorplatz des Innsbrucker Landestheaters verwandelt sich in eine Sportarena und die umliegende Bergwelt samt Mutterer Alm, Axamer Lizum, Halltal, Patscherkofelbahn und Nordkette, werden zum Playground der Athleten:innen.

Die Strecken

Ob lang und anspruchsvoll oder kurz und knackig, hier findet jede und jeder eine machbare Disziplin. Am Mittwochabend eröffnen die ersten Trailrunner:innen das Festival mit dem Business Trail und dem Night Trail. Auf 8,2 km und knapp 300 Höhenmetern wartet die perfekte Gelegenheit für einen sportlichen Firmenausflug oder ein gelungenes Teambuilding. Am darauffolgenden Donnerstag stehen 7,3 km mit 1.330 Höhenmetern auf dem Programm: kurz, aber intensiv! Der Freitag gehört dem Nachwuchs: Beim Kidstrail sind die Kinder an der Reihe, bevor am Samstag die Hauptbewerbe starten. Die IATF-Hauptbewerbe bieten Distanzen von 15 bis 110 km und alles dazwischen. Finde selbst heraus, welcher Bewerb am besten zu dir passt: Hier findest du alle Bewerbe

Neu! Cheeringbus

Mit den Cheering Bussen können Zuschauerinnen die Teilnehmenden direkt entlang der Strecke anfeuern: Die Busse fahren im Hop-on-Hop-off-Takt zwischen gut erreichbaren Haltestellen bei den Versorgungsstationen vorbei. Tickets sind erhältlich und können am Infopoint abgeholt oder vor Ort gekauft werden. Der Grundpreis beträgt €25,-. Optional zubuchbar sind weitere Fahrten (Vertical, Start- und Zielgelände, Hungerburg). Alle Details findest du im Cheering Bus Guide.

Laufen um Familien zu ernähren

Dass das IATF ein international anerkanntes Event in der Trailrunningszene geworden ist, zeigt die Teilnahme aus verschiedenen Ländern. Fünf kenianische Athleten:innen kommen zum Innsbruck Alpine Trailrun Festival aber aus einem bestimmten Grund.

Für kenianische Läufer:innen haben Wettkämpfe eine andere Bedeutung als für viele europäische Athlet:innen. Während hierzulande häufig Freude an Bewegung und sportlicher Ausgleich im Vordergrund stehen, laufen viele Kenianer:innen, um mit Preisgeldern ihre Familien zu versorgen. Pro Jahr haben sie meist nur fünf bis zehn Rennen, also ebenso viele Chancen, ihren Lebensunterhalt zu sichern. Die Preisgelder bei Veranstaltungen wie dem IATF entsprechen etwa dem Zehnfachen dessen, was sie bei Wettkämpfen in Kenia verdienen könnten.

Sportlich verlief das Wochenende eindrucksvoll: Beim Vertical, dem ersten Wettkampf, siegten sowohl bei den Damen als auch bei den Herren kenianische Athlet:innen. Beim Trail Hunt am zweiten Tag lagen sie lange klar in Führung, kamen jedoch von der Strecke ab und belegten am Ende trotz großem Vorsprung Rang vier.

Für die kenianischen Eliteathlet:innen war das IATF 2026 ein außergewöhnlich wertvolles Event, da Veranstaltungen dieser Qualität und Organisation selten sind. Gleichzeitig ist es nicht selbstverständlich, kenianische Athlet:innen zu solchen Rennen zu bringen. run2gether verfolgt dabei das Ziel, Verständnis zu schaffen: Nicht Manager sollen profitieren, sondern die Athlet:innen selbst stehen im Mittelpunkt. Menschen sollen einander kennenlernen, voneinander lernen, nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Beeindruckend ist dabei besonders die Lockerheit, Freude und positive Lebenseinstellung der kenianischen Läufer:innen trotz des enormen Drucks, unter dem sie bei Wettkämpfen stehen.

Der österreichsiche Verein run2gether hat es sich zur Aufgabe gemacht kenianische Athleten:innen dabei zu unterstützend und im Gegenzug dafür von ihnen und ihrer Lebenseinstellung zu lernen.

So ging es den Athleten:innen...

Jens (K35): "Ich habe es vom Start bis ins Ziel total genossen: Die Stimmung, das Wetter und die Strecke. Das Ziel wäre gewesen noch 15 Minuten schneller zu finishen, aber in diesem Fall habe ich einfach länger genossen. Innsbruck Alpine Trailrun Festival, ich komme wieder."

Christina und Helene (K35): "Es war hart! Aber wir haben das gemeinsam durchgezogen und uns bis zum Schluss gegenseitig motiviert - bis wir die Ziellinie überquert haben. Die Strecke ist einfach wunderschön, unsere Lieblingspassage ist ganz klar der Weg entlang des Speichersees an der Mutterer Alm."

Monona (K42): "Genau bei solchen verrückten Ereignissen wächst man und verschiebt seine eigenen sportlichen Grenzen. Man probiert sich aus und ist am Ende unendlich stolz es geschafft zu haben. Besonders toll finde ich die vielen Verpflegungsstationen und, dass man als Athletin im Mittelpunkt des Events steht. Es war meine zweite Teilnahme und ich werde sicher nicht zum letzten mal dabei gewesen sein."

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