Ein Christkindlmarktbesuch gehört einfach zur Adventzeit, genauso wie durch die Märchengasse zu flanieren. (c) Lisa Thurner-Amrain
Sobald der Innsbrucker Christkindlmarkt seine Pforten öffnet, ist für mich ein Besuch fast schon Pflicht. Auch meine Familie ist an diesem Sonntag vom Vorschlag begeistert. Die Kinder freuen sich auf Kiachl (=frische Bauernkrapfen mit süßer Auflage oder mit heißem Sauerkraut), Punsch, die bunten Stände und das glänzende Ambiente. Auch wollen wir uns das Kasperltheater und die Märchengasse nicht entgehen lassen – das coole daran, beides ist kostenlos.
Ein Markt, der verzaubert
Als wir uns dem Innufer entlang zum Marktplatz aufmachen, liegt uns der Duft von den weihnachtlichen Leckereien in der Nase. Auch leise Weihnachtsmusik ist zu hören. Der leuchtende [/notrans]Swarovski[/notrans]-Weihnachtsbaum lockt Begeisterungsrufe bei den Kids hervor. Der erste Weihnachtsmarktbesuch ist, finde ich, jedes Jahr etwas Besonderes. Beim Betreten sehen wir das nostalgische Ringelspiel (=Karussell) sich drehen. Gleich ist es 16:00 Uhr und bei der Kinderbühne warten Kasperl und Co auf ihren Auftritt. Wir suchen uns einen Platz. Erwachsene stehen mit warmem Punsch in der Hand daneben, während ihre Kinder gebannt den Figuren lauschen. Schon viele Jahre erinnere ich mich ans Kasperltheater am Marktplatz und freue mich über das vielfältige und aufwendige Programm wie Jonglieren, Kasperltheater und Märchenerzählungen.
Die Vorführungen des Kasperltheater am Marktplatz sind oft bis auf den letzten Platz gefüllt. (c) Lisa Thurner-Amrain
Spaziergang mitten in eine märchenhafte Welt
Nach dem Kasperltheater stärken wir uns und gehen Richtung Altstadt weiter. Sobald wir die Märchengasse betreten, fühlen wir uns wie in einer anderen Welt. Die altbekannten und neu gestalteten Märchenfiguren ziehen unsere Blicke auf sich. Sie sehen toll aus. Sie sind am Boden, über den Köpfen und an den Fassaden der Häuser zu finden. Wir sind ganz fasziniert und laufen von Szene zu Szene und versuchen die Darstellungen dem richtigen Märchen zuzuordnen. „Da, Mama, schau Pinocchio!", "Da ist Rapunzel“ oder „Spieglein, Spieglein an der Wand...“ als die böse Königin in einem Spiegel erscheint. oder Welche Geschichte könnte das sein?“ raten wir, als wir auf ein goldenes Mädchen auf einer Schaukel schauen - die Goldmarie fällt uns nach einigen Überlegungen ein.
Frau Holle schüttelt ihre Betten aus oder ....
... Spieglein, Spieglein an der Wand - wer ist die Schönste im ganzen Land? Im interaktiven Spiegel erscheint die böse Königin... (c) Lisa Thurner-Amrain
Ein Traditionsstück, zeitgemäß inszeniert
Die Märchenfiguren in der Kiebach- und Sailergasse sind seit 28 Jahren Teil der Innsbrucker Bergweihnacht. Sie wurden nun teilweise erneuert. Vertraute Ausschnitte wurden um moderne Geschichten erweitert: Viele Motive stammen aus den Märchen der Gebrüder Grimm, ergänzt von internationalen Klassikern wie Alice im Wunderland, Pinocchio oder Max und Moritz. Die neue Inszenierung bringt die Geschichten mit frischen Farben, präzisen Formen und liebevollen Details in die Gegenwart.
Der Tiroler Künstler Christian Sonnewend entwickelte das Konzept, andere Bildhauer*innen brachten die Figuren zum Leben – alles abgestimmt auf die historischen Fassaden der Altstadt. Pro Figur wurden rund 40 bis 60 Arbeitsstunden, von der Formgebung bis zur finalen Fassung, investiert.
20 kunstvoll und in feinster Handarbeit erneuerte Figuren sowie fünf imposante Riesen führen von der Altstadt in die Kiebach- und Seilergasse und erzählen dabei mit liebevoller Detailtiefe zeitlose Märchengeschichten. Im Bild (v.l.:) Michael Perger (Obmann des Innsbrucker Zentrumsvereins), Julia Sparber-Ablinger (Head of AUDIOVERSUM), Christian Sonnewend (Grafikdesigner und Projektleiter) und Peter Paul Mölk (Obmann von Innsbruck Tourismus) mit den Engeln der Bergweihnacht. (c) Thomas Steinlechner
Interaktives Erlebnis
Die Schauspieler*innen des Westbahntheaters entführen das Publikum in eine zauberhafte Märchenwelt.
Neue Sitzgelegenheiten tragen zu einer gemütlichen Theateratmosphäre bei. (c) Lisa Thurner-Amrain
Dank eines Märchenplans und zweisprachigen Folders finden Familien ihren Weg durch die Szenen. Die Hörgeschichten – in Kooperation mit dem AUDIOVERSUM – können in Deutsch und Englisch via QR‑Code bzw. online via christkindlmarkt.cc gehört werden. Zauberhafte Märchenführungen jeden Dienstag und Donnerstag von 15:00 – 16:00 Uhr laden Kinder zudem ein, die Geschichten ganz neu zu entdecken. Theateraufführungen des Westbahntheaters versetzen Groß und Klein täglich um 16:30 Uhr und 17:30 Uhr ins Staunen.
Was mir besonders gefallen hat, ist, dass die Gasse dazu einlädt, stehenzubleiben, zuzuhören, zu staunen. Und genau das ist für mich der Kern der Weihnachtszeit. Wenn du mit Kindern – oder einfach mit einem offenen Herzen – in Innsbruck unterwegs bist, nimm dir Zeit. Gehe langsam durch, höre dir die Geschichten an, bleib bei einer Aufführung stehen. Es kostet nichts – aber es schenkt dir viel. Ich hab den Tag mit meiner Familie genossen.
Erlebnis für Urlauber:innen und Einheimische
Die neue Märchengasse ist Teil der Bergweihnacht Innsbruck mit in Summe sieben Christkindlmärkten, die sich in der Altstadt, am Marktplatz, in der Maria-Theresien-Straße, auf der Hungerburg, in St. Nikolaus, im Stadtteil Wilten und am Bergisel befinden und sich zu Magneten für Urlauber:innen und Einheimischen entwickelt haben. Alle sieben Märkte bieten viele kostenlose Programmhöhepunkte speziell für Kinder und Familien. Infos gibt‘s auf www.christkindlmarkt.cc
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Mama aus Leidenschaft, Hundeflüsterin, Freiluftfanatikerin, Hobbyschreiberling und Bücherwurm im Tiroler Oberland geboren, wohnhaft westlich von Innsbruck Interessen: Natur, Berge, Familie, Tiere, Bücher, Kultur
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