Wer kennt sie nicht, die kleinen Stempelbücher, die bei einer Wanderung unbedingt mit dabei sein mussten? Bei vielen Hütten, Gipfelkreuzen oder anderen besonderen Wanderzielen konnte man sich einen Stempel holen und damit die eigene Tour dokumentieren. Um anschließend sogar eine Goldene, Silberne oder Bronzene Wandernadel dafür zu bekommen. Stempel auf einer Hütte und ein Eintrag ins Gipfelbuch gehören für mich zum Wandern dazu. Umso spannender finde ich die Idee, diese alte Tradition in die digitale Welt zu holen. Mit der App SymmitLynx wird das Stempelsammeln beim Wandern in der Region Innsbruck nämlich neu interpretiert.
Die App für iOS und Android macht aus dem Wandern eine kleine persönliche Sammelreise. In der Region Innsbruck gibt es zahlreiche Wanderziele, an denen Punkte gesammelt werden können. Insgesamt sind 274 Gipfel und 99 Hütten dabei – und je nach Ziel (Weglänge und Schwierigkeit) gibt es unterschiedlich viele Punkte. Damit ist für ganz unterschiedliche Wandererlebnisse etwas dabei: von gemütlichen Touren mit der Familie bis hin zu anspruchsvolleren Gipfeltouren.
Auf Wandertour Punkte sammeln
Das Prinzip ist einfach: App herunterladen, Tour auswählen und loswandern. Die erreichten Wanderziele werden in der App erfasst und die gesammelten Punkte auf dem persönlichen Konto gutgeschrieben.
Dabei gilt: Jedes Ziel wird pro Durchlauf nur einmal gewertet. Wer also ein Ziel mehrfach besucht, kann dadurch nicht immer wieder zusätzliche Punkte sammeln. Dafür gibt es eine schöne Möglichkeit, auch langfristig weiterzumachen: Ein Abzeichen kann mehrmals erreicht werden. Sobald die erforderliche Punktezahl für ein Abzeichen gesammelt wurde, beginnt die Zählung für dieses Abzeichen wieder von vorne. Auf die höheren Stufen hat das keinen Einfluss – bereits erreichte Punkte für Bronze zählen also weiterhin für Silber und Gold.
Ich habe SymmitLynx natürlich selbst ausprobiert und meine ersten Punkte bei drei ganz unterschiedlichen Wanderungen gesammelt: auf dem Oberhofer Höhenweg vom Kühtai zur Melkalm, zum Gipfelkreuz am Sonnkarköpfl und gemeinsam mit meinen Kindern zum Speichersee am Rangger Köpfl. Die Handhabung der App ist eigentlich ganz einfach.
Wanderziele von einfach bis schwierig
Gerade die unterschiedlichen Ziele zeigen mir, wie vielseitig das System ist. Es muss nicht immer eine anspruchsvolle Tour sein. Auch ein Spaziergang zu einer Alm oder einem Gasthaus oder ein abwechslungsreicher Erlebnisweg können Punkte bringen. Gleichzeitig gibt es genügend Ziele für alle, die bei einer Bergtour gerne Höhenmeter sammeln und neue Gipfel entdecken.
Bei meinen Wanderungen war es jedenfalls interessant, die Wege einmal mit einem zusätzlichen kleinen Ziel vor Augen zu gehen: Wie viel Punkte kann ich dabei sammeln? Und wie viele Punkte fehlen mir noch bis zum nächsten Abzeichen?
Der Weg zum Speicherteich am Ranggerköpfl ist besonders für Kinder spannend - am Sagenweg warten nicht nur Spielmöglichkeiten auf die Kinder, sie können auch an verschiedenen Stationen Sagen aus der Region, vorgelesen von Volksschülern, lauschen. (c) Lisa Thurner-Amrain
Sechs Wanderabzeichen warten
Gesammelt wird nicht einfach nur für das persönliche Punktekonto. Wer eine bestimmte Anzahl erreicht, kann sich eines von insgesamt sechs Abzeichen sichern. Neben den klassischen Wandernadeln in Bronze, Silber und Gold gibt es drei weitere Kategorien:
Bronze: 80 Punkte
Silber: 120 Punkte
Gold: 180 Punkte
Kulinarik: 70 Punkte
Kraft des Wassers: 60 Punkte
Kinderwandernadel: 4 Punkte
Damit ist für ganz unterschiedliche Wanderinteressen etwas dabei.
Kraft des Wassers
Wasser gehört zu den beeindruckendsten Naturerlebnissen in den Bergen. Die Region Innsbruck bietet besonders viele abwechslungsreiche Touren zu Natur- und Speicherseen sowie zu imposanten Wasserfällen. Wer die Kraft des Wassers erleben, spüren und erwandern möchte, kann dafür Punkte sammeln.
Insgesamt 25 Ziele stehen für dieses Abzeichen zur Auswahl. Wer 60 Punkte erreicht, wird mit der speziellen Kraft-des-Wassers-Wandernadel belohnt.
Kulinarik-Wandernadel
Wandern macht hungrig – und rund um Innsbruck lässt sich eine Bergtour wunderbar mit einer kulinarischen Pause verbinden. Die traditionellen Almhütten der Region bieten nicht nur einzigartige Aussichten, sondern auch bei einer Einkehr regionale Köstlichkeiten zu verspeisen.
Für die Kulinarik-Wandernadel gibt es insgesamt 59 Ziele. Wer 70 Punkte sammelt, wird für seine genussvollen Wandertouren mit dem entsprechenden Abzeichen belohnt. Für mich ist das eine schöne Kombination: erst bergauf wandern und anschließend eine wohlverdiente Spezialität auf der Alm genießen.
Kinderwandernadel
Auch die kleinen Wanderfans kommen bei SymmitLynx nicht zu kurz. Familien sind in der Region Innsbruck besonders willkommen – und deshalb gibt es eine eigene Kinderwandernadel.
Dafür müssen nicht gleich schwierige Gipfel erklommen werden. Insgesamt 40 kindgerechte Ziele stehen zur Auswahl, darunter Spielplätze, Themenwege und andere spannende Orte. Die Ziele sind einfach erreichbar, bieten aber trotzdem kleine Abenteuer und machen Lust auf Bewegung und gemeinsames Entdecken.
Mit nur vier Punkten können die Nachwuchs-Gipfelstürmer bereits ihre eigene Kinderwandernadel erreichen. Eine schöne Idee, wie ich finde, denn so wird auch für Kinder aus einer Wanderung eine kleine Entdeckungsreise mit einem sichtbaren Erfolg am Ende.
Auf der Oberhofer Melkalm lassen sich für gleich vier Abzeichen Punkte sammeln, nämlich Bronze, Silber, Gold und außerdem Kulinarik. Ein Besuch ist absolut empfehlenswert. Wirt Andreas und sein Team verwöhnen jeden Gast mit ganz besonderen Schmankerln. (c) Lisa Thurner-Amrain
Digital gesammelt, traditionell ausgezeichnet
Die Auszeichnungen verbinden dabei moderne und traditionelle Elemente. Die Wandernadel wird digital samt Urkunde zugesendet. Wer aber lieber ein echtes Abzeichen in den Händen hält und es vielleicht sogar am Rucksack befestigen möchte, kann sich dieses kostenlos in den Tourismus Informationen der Region Innsbruck abholen.
Ich finde gerade diese Kombination schön: Das Smartphone begleitet mich auf der Wanderung, die Punkte werden digital gesammelt – am Ende gibt es aber trotzdem etwas zum Anstecken, das mich an die eigenen Touren erinnert.
Blick von der Oberhofer Seite auf die Hohe Munde. In der Region Innsbruck sammelt man mit 373 Zielen Punkte. Mit meiner Tour auf das Sonnkarköpfel und der Wanderung zur Oberhofer Melkalm konnte ich 60 Punkte holen. (c) Lisa Thurner-Amrain
Ein zusätzlicher Anreiz, neue Wege zu entdecken
Für mich macht SymmitLynx das Wandern nicht zum Wettbewerb, sondern gibt den Touren einfach einen zusätzlichen kleinen Anreiz. Vielleicht führt die App ja auch einmal zu einem Ziel, das man sonst nicht ausgewählt hätte. Denn bei 274 Gipfeln und 99 Hütten gibt es in der Region Innsbruck jedenfalls einiges zu entdecken.
Meine ersten Punkte sind jedenfalls gesammelt. Und jetzt bin ich neugierig, wie lange es dauert, bis ich die erste Wandernadel bekomme. Denn am Ende bleibt das Wichtigste ohnehin gleich: die Wanderschuhe schnüren, raus in die Natur gehen und die Bergwelt rund um Innsbruck entdecken. Mit SymmitLynx gibt es dabei jetzt noch eine kleine digitale Schatzsuche obendrauf.
Wenn ich auf meiner Wanderung über den Oberhofer Höhenweg noch mehr Gipfel mitgenommen hätte, wäre meine Ausbeute an Punkten noch höher ausgefallen. (c) Lisa Thurner-Amrain
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Mama aus Leidenschaft, Hundeflüsterin, Freiluftfanatikerin, Hobbyschreiberling und Bücherwurm im Tiroler Oberland geboren, wohnhaft westlich von Innsbruck Interessen: Natur, Berge, Familie, Tiere, Bücher, Kultur
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