Auf Schloss Ambras in Innsbruck gibt es etwas Neues. Wie immer laden die schönen Räume, die reichen Sammlungen, der Park mit seinem alten Baumbestand und der Blick auf die Berge und Innsbruck zu einem Rundgang durch die Residenz Ferdinands II. ein. Bei einem Spaziergang durch die Schlosssäle, zwischen Porträts, Rüstungen und kuriosen Objekten in der Wunderkammer gibt es immer wieder neue kleine Entdeckungen. Aber in diesem Frühjahr gibt es noch einen weiteren Grund. Das große Foyer, das das untere und das obere Schloss miteinander verbindet, wird komplett renoviert. Also ging ich hin, um es mir anzusehen.
EINE "MULTIMEDIALE" REISE IN DIE VERGANGENHEIT
Das gewölbte Foyer aus dem 16. Jahrhundert, das den Besuchern den Zugang zum Oberen Schloss - dem weithin sichtbaren Gebäude von Schloss Ambras - ermöglicht, wurde zu einem echten multimedialen Ausstellungsraum. Auf einer Fläche von 260 Quadratmetern erzählen Schautafeln, Modelle, Videos und Touchscreens die Geschichte des Schlosses, seiner Protagonisten und seiner Sammlungen.
EINE GESCHICHTE IN BILDERN
Das Layout ist angenehm und überschaubar. Die Wände erzählen die vielen Geschichten von Schloss Ambras: Auf den Tafeln wechseln sich Bilder von Gemälden, Gegenständen oder historischen Dokumenten aus den Sammlungen des Schlosses mit Texten und Videos ab und bilden eine reichhaltige Informationscollage, die hilft, eine Reise durch die Geschichte zu unternehmen und die ausgestellten Gegenstände in ihren Kontext einzuordnen. All dies geschieht in einer unmittelbaren Sprache, die den Besuch fließend und auch für Kinder geeignet macht (die Texte sind auf Deutsch und Englisch). Viel Raum wird den beiden Protagonisten des Schlosses und ihrer - ich würde sagen legendären - Verbindung oder, wenn wir uns erlauben, romantisch zu sein, Liebesgeschichte gewidmet.
FERDINAND ❤️ PHILIPPINEN
Ferdinand II. von Habsburg (1529 - 1595), Erzherzog von Österreich, übernahm 1567 die Regierung von Tirol und die Tiroler Landesregierung und zog mit seiner Frau nach Schloss Ambras bei Innsbruck Innsbruck, der als einer der schönsten Paläste der damaligen Zeit gilt. Seine Frau, Philippine Welser, war eine charmante und kultivierte Frau, die Tochter eines wohlhabenden Augsburger Kaufmanns. Aufgrund des Standesunterschiedes heirateten die beiden 1557 heimlich und wurden erst zwei Jahre später von Kaiser Ferdinand I. unter der Bedingung genehmigt, dass die Ehe geheim bleibe und die Kinder zwar den Namen "von Österreich" erhielten, aber nur dann erben würden, wenn die männliche Linie des Hauses Habsburg vollständig erloschen sei. Gerade den beiden Protagonisten des Schlosses wird hier viel Raum gewidmet. Porträts, Texte und digitale Bücher erzählen uns von ihrem öffentlichen und privaten Leben und ihren Leidenschaften. Wie zum Beispiel die Leidenschaft der Philippiner für das Kochen.
Philippine Welser schrieb u.a. ein Kochbuch mit typischen Gerichten der Zeit, Schloss Ambras, Foto ©Laura Manfredi
DIE VIELEN GESCHICHTEN IM SCHLOSS AMBRAS
Viele Aspekte von Schloss Ambras werden in diesem Raum behandelt. Für Geschichts- und Hochzeitsliebhaber wird der "verzweigte" Stammbaum der Familie Habsburg in Bildern erzählt. Dann gibt es noch ein Modell des Schlosses, so dass man die verschiedenen Gebäude auf einen Blick sehen kann. Auch die Sammlungen von Schloss Ambras sind zu sehen. Die Objekte der Wunderkammer kamen aus der ganzen (damaligen) Welt und die Sammlungen des Erzherzogs waren in ganz Europa bekannt und bewundert.
Ein Video führt uns unter anderem in die Bacchusgrotte des Schlosses, ein kühler Ort für Feiern, bei denen der Wein eine zentrale Rolle spielte, der auch persönlich besichtigt werden kann. Auf dieser Entdeckungsreise durch Schloss Ambras können Sie etwas über Geologie lernen, wobei eine letzte Tafel dem Gestein gewidmet ist, auf dem das Schloss steht.
NÜTZLICHE INFORMATIONEN
Schloss Ambras
Schlossstraße 20, Innsbruck
Parkplätze vorhanden
Wie Sie Schloss Ambras mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen, erfahren Sie hier
Zeitplan
Geöffnet von Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Tickets
Vollpreis 16 Euro, ermäßigt 12 Euro, Familienkarte 24 Euro
Freier Eintritt für Kinder bis 19 Jahre und mit Innsbruck Card
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Eine bildende Künstlerin aus Mailand, die sich nicht nur mit Pinseln und Leinwänden beschäftigt, sondern auch gern über Kunst, Kultur, Musik, Design und Kreativität schreibt.
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