Der Herbst bringt schöne Farben in die Tiroler Berge und... viele neue Ausstellungen, die man besuchen kann. Für alle, die sich der Kultur widmen wollen, hier eine Auswahl an Ausstellungen in den Museen und Galerien der Stadt.
Tamas Dezső macht das Unsichtbare sichtbar
Das Werk "Herbst" von Tamas Dezső in der Ausstellung "Alles beginnt zu fließen" im INN SITU Ausstellungsraum in Innsbruck, Foto © Tamas Dezső
Bis zum 6. Januar 2026 zeigt der Ausstellungsraum INN SITU eine Ausstellung des ungarischen Künstlers Tamas Dezső Alles beginnt zu fließen. Der international anerkannte Künstler richtet seinen Blick auf das scheinbar Unbedeutende: die Wälder Tirols und Vorarlbergs, fotografiert in den vier Jahreszeiten und ausgestellt als Farbnegative. Die großformatigen Diptychen zeigen keine spektakulären Landschaften, sondern die stille organische Textur von Moos, Blättern, Wurzeln und Licht. Die Bilder wirken wie poetische Mikrokosmen, in denen Zeit, Wandel und das fragile Gleichgewicht ökologischer Systeme sichtbar werden.
Tamas Dezső sagt über seine Kunst: "Ich versuche, das Unsichtbare sichtbar zu machen, nicht durch das Bild, sondern durch die Atmosphäre." Dezső sieht die Fotografie nicht als bloße Dokumentation, sondern als Mittel zur Verlangsamung und zur kontemplativen Annäherung an das Wesen der Dinge: ein stiller Aufruf zur Bewusstheit und zur Verbindung mit der natürlichen Welt.
Im Rahmen der Ausstellung sind auch verschiedene Veranstaltungen wie Vorträge, Konzerte, Führungen... geplant
Alles beginnt zu fließen. Tamas Dezső
INN SITU, Stadtforum 1, Innsbruck
8.10.2025 - 6.1.2026
Geöffnet Montag bis Freitag 11.00 - 18.00 Uhr, Samstag 11.00 - 15.00 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Eintritt frei
Eine Geschichte der Tiroler Musikkapellen
Ein Blick in die Ausstellung 'Spielweisen. Was Blasmusik sein kann" im Museum Das Tirol Panorama in Innsbruck, Foto © Maria Kirchner
Wer hätte das gedacht? In Tirol gibt es mehr Blasmusikkapellen als Gemeinden. Und ihre Rolle im sozialen Gefüge ist sehr wichtig. Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Blasmusikverbandes erzählt eine Ausstellung im Museum Das Tirol Panorama am Bergisel, wann und warum die Blasmusik diese außergewöhnliche Bedeutung erlangte, wirft einen kritischen Blick auf ihre Geschichte, ihre militärischen Wurzeln und die große Bedeutung, die diese Musik in Tirol bis heute hat.
"Die scheinbar uralte Tradition der Tiroler Blasmusik ist dynamischer und vielseitiger, als viele Menschen denken. Die spannende Entwicklung dieser Musik im Zusammenhang mit gesellschaftlichen und politischen Veränderungen steht im Mittelpunkt der Ausstellung, ebenso wie die Zeugnisse der vielen Menschen jeden Alters, die heute mit Begeisterung in einer Musikkapelle mitspielen", erklärt Kurator Franz Gratl, der für die Musiksammlung des Ferdinandeums verantwortlich ist. Die Ausstellung ist bis zum 6. Juli 2026 zu sehen.
Spielweisen. Was Blasmusik sein kann.
Das Tirol Panorama, Bergisel 1-2, Innsbruck
26.9.2025 - 6.7.2026
Geöffnet Mittwoch bis Montag, 9 bis 17 Uhr. Letzter Einlass 16.30 Uhr
Eintritt: Vollpreis € 9,-, ermäßigt € 7,-, frei für Jugendliche unter 19 Jahren und Inhaber der Innsbruck Card
Mali Weil und der Traum von der Diplomatie zwischen den Spezies
Ein Ausschnitt aus Mali Weils Video "Rituals" in der Ausstellung "The Mountain of Advanced Dreams" im Kustraum in Innsbruck, Foto © Mali Weil
Bis zum 18. November 2025 zeigt der Kunstraum Innsbruck die Ausstellung The mountain of advanced dreams von Mali Weil.
Ausgehend von einer Analyse der Beziehungen zwischen Menschen und Wölfen in den italienischen Alpen und deren Bedeutung als prototypisches Modell menschlicher und nicht-menschlicher Beziehungen im Anthropozän, erforscht Mali Weil die Einflussdimensionen dieser Beziehungen auf performative Art und Weise. Der Berg der fortgeschrittenen Träume ist ein visionäres Projekt, das eine zukünftige Gesellschaft vorsieht, in der die Interspezies-Diplomatie eingeführt wird. Durch die Weiterentwicklung von Gesetzen, Politik, Ritualen, Mythologie und Bildung ist es den Menschen gelungen, ihre Lebensweise zu verändern, nicht ohne Konflikte. Mit ihrer Kunst trägt Mali Weil dazu bei, sich neue Formen des Zusammenlebens vorzustellen, in denen der Mensch nicht mehr der privilegierte Akteur des "Verschlingens" ist.
Mali Weil ist eine künstlerische Plattform, die von Elisa Di Liberato, Lorenzo Facchinelli und Mara Ferrieri gegründet wurde und ihren Sitz in Trient hat.
Am 8. November 2025 um 20.00 Uhr kann im Kunstraum die Aufführung von Mali Weil For A Universal Diplomatic Training Curriculum besucht werden.
Mali Weil. Der Berg der fortgeschrittenen Träume
Kunstraum Innsbruck, Maria-Theresien-Straße 34 / Arkadenhof, Innsbruck
19.9.2025 - 18.11.2025
Geöffnet dienstags und freitags von 13-18 Uhr, mittwochs von 13-15.30 Uhr, donnerstags von 13-20 Uhr, samstags von 18-20 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Eintritt frei
Eine Ausstellung, die das Gehirn trainiert... und dabei Spaß macht
Eine interaktive Station der Ausstellung "Brain Gym AI" im Audioversum Science Center in Innsbruck, Foto © Audioversum
Das audioversum ist das interaktive Museum für den Hörsinn in Innsbruck. Neben der Dauerausstellung wurde im September 2025 die neue interaktive Ausstellung Brain Gym AI eröffnet.
Täglich zählen wir unsere Schritte, überwachen unseren Schlaf und analysieren unsere Ernährung, aber die Gesundheit unseres Gehirns wird oft vernachlässigt.
Die interaktive Ausstellung Brain Gym AI lädt Besucher jeden Alters ein, ihr Gehirn mit speziell entwickelten Übungen auf spielerische Weise zu trainieren. Tatsächlich können geistige Fähigkeiten wie Konzentration, Reaktionsfähigkeit, logisches Denken, Orientierung und Koordination trainiert werden. Die Ausstellung ist in interaktive Stationen gegliedert, und das System, das sie steuert, passt die Übungen mit Hilfe von künstlicher Intelligenz an die persönlichen Bedürfnisse der einzelnen Besucher an, so dass ein maßgeschneiderter Parcours entsteht.
Brain Gym AI
Audioversum Science Center, Wilhelm-Greil-Straße 23, Innsbruck
Geöffnet Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr. Letzter Einlass um 17.30 Uhr
Voller Eintritt 12 Euro, ermäßigt 9 Euro, Kinder zwischen 7 und 15 Jahren 7 Euro, bis 6 Jahre und Innsbruck Card-InhaberInnen freier Eintritt
Oskar Stocker und Luis Rivera für die Kultur der Erinnerung
Die Installation "Kaddish" der Künstler Oskar Stocker und Luis Rivera an der Fassade des Tiroler Volkskunstmuseums in Innsbruck, Foto © Maria Kirchner
Bis zum 16. November 2025 wird eine große Leinwand der Künstler Oskar Stocker und Luis Rivera an der Fassade des Tiroler Volkskunstmuseums hängen. Das Werk, das bereits 2024 im österreichischen Parlamentsgebäude in Wien ausgestellt war, zeigt Auszüge aus dem alten jüdischen Kaddisch-Gebet, das traditionell zum Gedenken an die Toten gesprochen wird. Achtzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellen die beiden österreichischen Künstler ihre Überlegungen zum menschlichen Bedürfnis, für die Toten zu beten, als einen Akt der Erinnerungspflege vor. Und indem sie die Installation an der Fassade eines Gebäudes anbringen, verwandeln sie den öffentlichen Raum in einen Ort des Gedenkens. Luis Rivera und Oskar Stocker fügen hinzu: "Mit dieser Arbeit wollen wir die Möglichkeit bieten, gemeinsam der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken, aber auch aller Menschen, die aufgrund ihrer Religion, Kultur oder Herkunft Gewalt erlitten haben und erleiden". Ein zweites Werk ist im Kreuzgang des Volkskunstmuseums ausgestellt; hier sind Auszüge aus dem Gebet auf eine am Boden liegende Leinwand gemalt und mit Glasscherben bedeckt.
Kaddisch. Oskar Stocker - Luis Rivera
Fassade und Kreuzgang des Tiroler Volkskunstmuseums, Universitätsstraße 2, Innsbruck
3.10.2025 - 16.11.2025
Die Installation befindet sich im öffentlichen Raum und kann daher jederzeit besucht werden.
34 Objekte für 34 Geschichten über soziale Ungerechtigkeit
Das Kleid von Conchita Wurst von Swarovski Kristallwelten Wattens in der Ausstellung 'Gerecht? Geschichten über soziale Ungleichheiten" im Tiroler Volkskunstmuseum in Innsbruck, Foto © Maria Kirchner
Im Tiroler Landesmuseum für Volkskunst wird die Ausstellung Gerecht? Geschichten über soziale Ungleichheiten: 34 Objekte aus ebenso vielen Museen und Sammlungen der Europaregion Tirol-Südtirol legen Zeugnis ab von 34 Geschichten sozialer Ungerechtigkeit und kontextualisieren sie bis in die Gegenwart. Jedes Kapitel der Ausstellung ist mit einem Objekt verknüpft und wird durch eine Frage eingeleitet, wie z.B.: Können Sie wählen? Können Sie sich eine angemessene medizinische Versorgung leisten? Wer stellt Ihre Alltagsgegenstände her? Wirst du für deine Arbeit angemessen bezahlt? Zu den ausgestellten Objekten gehört das Kleid, das Conchita Wurst auf dem Lifeball in Wien trug, eingeleitet durch die Frage: Kannst du wirklich sein, wer du bist? Oder Keramikkacheln aus dem 17. Jahrhundert mit Spuren von Kinderfingern, die Gelegenheit bieten, das Thema Kinderarbeit anzusprechen. Welche anderen Geschichten werden von goldenen Pillen, einer Toilette mit Wasserspülung oder einer Waage zeugen? Die Antworten sind in der Ausstellung zu finden.
Gerecht? Geschichten über soziale Ungleichheiten
Tiroler Volkskunstmuseum, Universitätsstraße 2, Innsbruck
6.6.2025 - 15.3.2026
Täglich von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Letzter Einlass 16.30 Uhr
Eintritt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro, frei für unter 19-Jährige und Innsbruck Card-Inhaber
Ahu Durals Werke im Kunstpavillon
Ein Blick auf die Ausstellung "Frau Monteurin / Kadın Montajcı" von Ahu Dural im Kunstpavillon in Innsbruck, Foto © Daniel Jarosch
Die Ausstellung der deutschen Künstlerin Ahu Dural ist bis zum 10. Januar 2026 im Kunstpavillon, einem Ausstellungsraum neben dem Hofgarten, zu sehen. In ihrer künstlerischen Praxis befasst sich Ahu Dural mit den Zusammenhängen zwischen Architektur, Kunstgeschichte und Design und integriert dabei Perspektiven der Gendertheorie und Identitätspolitik. Als Bildhauerin transformiert sie Erinnerungen, Geschichten, Archivmaterial und Skizzen in räumliche Konstellationen, die neue Erzählebenen erschließen und eine erweiterte Erinnerungskultur erfahrbar machen. Ihre biografische und soziale Geschichte dient dabei als Katalysator, in dem sich persönliche Kindheitserinnerungen mit den Spuren einer von Industrie und Migration geprägten Geschichte verdichten. Für die Ausstellung im Kunstpavillon spannt Ahu Dural auch einen Bogen zur Geschichte der Arbeitsmigration in Tirol.
Frau Monteurin / Kadın Montajcı von Ahu Dural
Kunstpavillon, Rennweg 8a, Innsbruck
26.9.2025 - 10.1.2026
Geöffnet Mittwoch bis Freitag von 12.00 bis 18.00 Uhr, Samstag von 11.00 bis 15.00 Uhr
An Feiertagen geschlossen
Eintritt frei
Zu guter Letzt...Premierentage
Von Donnerstag, den 6. bis Samstag, den 8. November 2025 finden die Premierentage statt: ein Festival mit einem reichhaltigen Programm, das der zeitgenössischen Kunst gewidmet ist, mit Ausstellungsbesuchen, Künstlergesprächen, Führungen und vielem mehr. Ein wahrer Kunstmarathon, der Jahr für Jahr seinen Erfolg beim Publikum bestätigt. Das detaillierte Programm finden Sie hier.
Premierentage. Festival für zeitgenössische Kunst
6.11.2025 - 8.11.2025
Programm für die Ausgabe 2025
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Eine bildende Künstlerin aus Mailand, die sich nicht nur mit Pinseln und Leinwänden beschäftigt, sondern auch gern über Kunst, Kultur, Musik, Design und Kreativität schreibt.
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