Auf Wolke 7 ist man bekanntlich schon recht glücklich. Die Cloud 9 hingegen liegt noch ein Stückchen höher, genauer gesagt neben der Bergstation Seegrube. Willkommen auf der höchsten Sonnenterrasse über Innsbruck! Hier laden an ausgewählten Frühlingssamstagen nun fähige Virtuosen der elektronischen Tanzmusik zum gemeinsamen Frühlings-Sundowner. Das etwas andere Apres-Ski auf der Nordkette im Lokalaugenschein.

In den Frühling… figln?

Die Innsbrucker*innen sind seit jeher sehr einfallsreich, wenn es darum geht, ihre Nordkette saisonfüllend zu genießen. Sobald die sonnenverwöhnte Südwand ihm Frühling etwa ihr Schneekleid auszieht, wird auf den sulzigen (nassweichen) Ski-Hängen eifrig gefiglt. Wer’s nicht kennt, ist schon als Fremder entlarvt: Figln ist kurz für Firngleiten. Eine regional geschätzte aber sonstweg unbekannte Spätwinter-Sportart, wo man mit kurzen Ski tiefe Furchen in die schwindenden Skipisten fährt (beziehungsweise figlt) und das obligatorische Ummakugln (Stürzen) im schlazigen Gatsch (weicher Schnee) nicht weiter schmerzt. Allenfalls hilft sonst ein Schnapserl nach und oben auf der Seegrube kann man sich die fetznassen Klamotten in der Sonne dann eh wieder trockentanzen.

Alpine Afternoon Rave

Abschied vom Winter heißt nämlich auch: Endlich wieder warm genug für Open Air! Und so wird auf dem gemütlichen Panorama-Plateau neben der Seegrube flugs eine Bühne mit Plattentellern aufgetragen und schon ab 13 Uhr 30 bekommt man zum Aperol Sprizz feine Bässe aufgetischt. Am vergangenen Samstag war da etwa die pelzbemützte Coldassice zu hören, morgen hostet Monster Energy, dann legt die feuerrote Lisa Luka auf - und so weiter noch bis Mitte April. Das ganze Line-Up ist hier zu finden, feine Sets statt Schlager lautet die Devise, so macht Sundowner Spaß. Längst hat das Phänomen „Afternoon Rave“ auch auf anderen Bergstationen Einzug gehalten - auf der Rosshütte Seefeld (Bogansa), oder auch in der Axamer Lizum. Die Nordkette spielt ihren Trumpf wie immer: Sie steht schon mit einem Fuß in der Stadt.

How much for the fish?

Also ganz classy beim Congress in die Hungerburgbahn einsteigen, auf halber Höhe in die Gondel wechseln und schon gehört der Berg dir. Das Team der Ticketschalter sei hier gesondert gelobt: Selten so herzlich beraten worden! Weil es ist so: Mit Klimaticket fährt man von der Stadt bis zur Hungerburgstation kostenlos, mit Freizeit-Ticket, Snowcard und Innsbruck-Card sogar bis ganz oben. Studierende und Senior*innen fahren immer günstiger, Kinder unter 6 Jahren fahren frei, es gibt ein Happy Hour Ticket, man kann günstiger in der InnenSTADT Garage parken, mit dem TT-Club gibt es 25% Nachlass und auch Westbahn-Kund*innen erhalten 10% Rabatt, sofern sie das geheime Losungswort „WESTBAHN“ nennen. Also einfach mal freundlich unten an der Kassa fragen, was der Fisch so kostet.

Wanderlust und Frühlingserwachen

Alternativ kann man den Weg von der Hungerburg auch wandern. Ein bis zwei Wanderstecken, stabiles Schuhwerk, Sonnencreme und Sonnenbrille sind da allerdings Pflicht. Auf 1.905 Metern (so hoch liegt die Cloud 9) knallt die Sonne nämlich schon jetzt so sakrisch (heftig) vom Himmelblau, dass man zwischen all den Schneekristallen und Diskokugeln sonst irgendwann nichts mehr sieht. Vier Stunden dauert das Sonnenspektakel auf der Seegrube, ab 17 Uhr 30 wird wieder ins Tal gegondelt. In der Stadt bricht dann gerade der Abend an – und man kann den Sundowner noch gemütlich in der Marktbar, zwischen den duftenden Frühlingsblüten entlang der Innpromenade oder bei einem wohlverdienten Dinner (vielleicht hier?) ausklingen lassen.

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