Wer die Werkstatt betritt, merkt schnell: Hutmacherei ist kein schnelles Geschäft. Hier stapeln sich Holzformen, Werkzeuge und Materialien – ein Archiv von mehr als 2.000 Formen, das über Generationen gewachsen ist.
Jede dieser Formen erzählt ihre eigene kleine Geschichte. Sie steht für eine bestimmte Silhouette, eine Epoche oder einen Stil. Manche stammen noch aus der Frühzeit des Betriebs, andere sind später hinzugekommen, um neuen Trends und Bedürfnissen gerecht zu werden.
Ein Hut entsteht hier Schritt für Schritt – vom Rohmaterial bis zur fertigen Form. Filz oder andere hochwertige Materialien werden gedämpft, gespannt, geformt und immer wieder angepasst. Vieles davon lässt sich kaum automatisieren. Bestimmte Handgriffe verlangen Erfahrung, Gefühl und manchmal auch eine Portion Intuition. Lorenz arbeitet meistens bei offener Werkstatt-Türe, was schon des Öfteren für neugierige Blicke gesorgt hat. Ab und zu stehen dann sogar auf einmal Tourist:innen mit gezückter Kamera neben ihm in der Werkstatt. Diese Nähe zwischen urbanem Leben und handwerklicher Ruhe verleiht dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre.