In der neuen Folge vom Innsbruck Podcast geht's in Österreichs größten Naturpark: Den Naturpark Karwendel. Die Wege von Marina Hausberger und Iris Trikkha führen oft früh morgens hinaus in die Berge, auf Almen, zu Besucher:innen, mitten hinein in sensible Naturräume - oder manchmal auch ganz einfach hinter den Schreibtisch. Als Rangerinnen im Karwendel sind sie Vermittlerinnen zwischen Mensch und Natur – und längst auch digital unterwegs.

Im Stubngespräch erzählen die beiden über ihren außergewöhnlichen Beruf, die Herausforderungen im Naturschutz und sprechen auch darüber, warum das Karwendel weit mehr ist als nur ein beliebtes Ausflugsziel vor den Toren Innsbrucks.

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Ein Naturpark mit besonderer Bedeutung

Das Karwendel ist nicht nur landschaftlich beeindruckend, sondern auch in seiner Dimension einzigartig: Mit 739 Quadratkilometern ist es das größte Tiroler Naturschutzgebiet und zugleich der größte Naturpark Österreichs. Insgesamt 16 Gemeinden gehören dazu – von Innsbruck über Seefeld bis Achenkirch.

Besonders bemerkenswert ist dabei die Vielfalt: Über 1.300 Pflanzenarten und mehr als 3.000 Tierarten finden hier ihren Lebensraum. Das Karwendel gilt außerdem als Region mit der größten Steinadlerdichte der Alpen. Hinzu kommen 101 Almen, 340 Quellen mit ausgezeichneter Wasserqualität und eine mehr als 150-jährige Alpingeschichte.

Gleichzeitig ist das Karwendel ein Naturraum, den viele Menschen erleben möchten: Rund 1,1 Millionen Besucher:innen kommen jedes Jahr in den Naturpark. Gerade die Nähe zu Innsbruck macht den Zugang besonders einfach – etwa über die Nordkettenbahn, die innerhalb weniger Minuten vom urbanen Raum direkt ins hochalpine Gelände führt. Soviel zu den Zahlen 😉 

Wanderwege, Wildtiere & Besucher:innen 

Im Podcast erzählen Marina und Iris wie unterschiedlich ihr Beruf vielerorts wahrgenommen wird – und wie vielseitig die tatsächliche Arbeit aussieht. Ranger:innen kontrollieren nicht nur Wege oder weisen auf Regeln hin. Vielmehr geht es um Kommunikation, Vermittlung und darum, Menschen für unterschiedliche Naturräume zu sensibilisieren.

Der direkte Kontakt mit Besucher:innen spielt dabei eine zentrale Rolle. Marina und Iris erzählen uns, dass viele Gespräche spontan entstehen - auf Wanderwegen oder an stark frequentierten Orten. Oft gehe es darum, Verständnis zu schaffen: Zum Beispiel warum es wichtig ist, auf markierten Wegen zu bleiben oder welche Auswirkungen das eigene Verhalten auf die Natur haben kann. 

Gerade in den vergangenen Jahren habe sich die Nutzung der Berge stark verändert. Immer mehr Menschen entdecken die Natur als Freizeit- und Erholungsraum – gleichzeitig steigt damit auch der Druck auf sensible Ökosysteme. Heikel ist das gerade in Bezug auf Social Media - etwa, wenn gewisse Spots im Karwendel geteilt werden und dadurch mehr Zulauf gewinnen. Hier bedarf es besonderer Aufklärungsarbeit, so die beiden Rangerinnen. Im Fokus stehe dabei immer Bewusst sein zu schaffen, statt Verbote auszusprechen. 

Der Balanceakt zwischen Naturschutz und Tourismus

Das Karwendel lebt von seiner Zugänglichkeit und seiner touristischen Bedeutung für die Region Innsbruck. Immerhin rund 1,1 Millionen Besucher:innen kommen jedes Jahr in den Naturpark. Gerade die Nähe zu Innsbruck macht den Zugang besonders einfach – etwa über die Nordkettenbahn, die innerhalb weniger Minuten vom urbanen Raum direkt ins hochalpine Gelände führt. Gleichzeitig bringt der hohe Besucherandrang eben auch Herausforderungen mit sich. Besucherlenkung wird deshalb zu einem immer wichtigeren Thema.

Ranger:innen übernehmen dabei eine wichtige Schnittstellenfunktion: Sie informieren, begleiten und versuchen, Konflikte möglichst früh zu vermeiden. Das gelingt zum Beispiel mit geführten Touren und Programmen, die Besucher:innen einen bewussteren Zugang zum Naturpark vermitteln. Gemeinsam mit Partnern wie dem Tourismusverband Innsbruck entstehen Angebote, die Wissen über Flora, Fauna und den richtigen Umgang mit der Natur vermitteln.

Wenn Naturschutz digital wird 

Ein spannender Schwerpunkt unseres Gesprächs ist auch das Thema „Digital Ranger“. Denn, wie uns Marina und Iris erklären, Naturschutz findet heute längst nicht mehr nur draußen am Berg statt, sondern auch online.

So will man auch beim Naturpark Karwendel Social Media und digitale Plattformen neben schönen Postings von Bergbildern auch dafür nutzen, neue Zielgruppen zu erreichen und Bewusstsein für sensible Themen zu schaffen. 

Im Gespräch fällt unter anderem die Plattform „iNaturalist“, über die Naturbeobachtungen dokumentiert und Arten bestimmt werden können. Digitale Werkzeuge eröffnen neue Möglichkeiten, Menschen aktiv einzubinden und Wissen zugänglich zu machen.

Mit Programmen und langfristigen Strategien arbeitet der Naturpark Karwendel ständig daran, Naturschutz, Tourismus und regionale Entwicklung für die Zukunft nachhaltig miteinander zu verbinden.

Digitalisierung werde dabei eine immer größere Rolle spielen – sowohl in der Kommunikation als auch in der Besucherlenkung. Trotzdem bleibt für Marina und Iris klar: Der wichtigste Zugang zur Natur entsteht immer noch draußen, durch echte Erlebnisse und persönliche Begegnungen.

Und genau darum geht es letztlich auch im Karwendel: einen Raum zu bewahren, der gleichzeitig Schutzgebiet, Lebensraum und Erlebnisort ist.

Am besten aber ihr schaut selbst mal im Naturpark Karwendel vorbei, entdeckt einige der unzähligen Wanderrouten, beobachtet Uhus, Adler und Co. aus nächster Nähe oder genießt ganz einfach die Ruhe der Natur. 

Christian und ich stellen nach dem Gespräch auf alle Fälle fest, dass uns das Berufsbild "Ranger" ganz gut taugen würde. Sollten wir doch bei unserem jetzigen Job bleiben, hören, sehen und lesen wir uns wieder beim nächsten Mal 😉 

Bis dann, 

eure Sandra mit Stubnhocker Christian

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