Zwischen der Innsbrucker Altstadt, der Nordkette und dem Patscherkofel treffen sie Entscheidungen unter enormen Druck und in Sekundenschnelle. Ein ausgebrochener Waldbrand, Gasgeruch, ein brennendes Fahrzeug, ... für uns ein kurzes Sirenensignal, das uns durch den Stadtalltag begleitet, nach wenigen Sekunden wieder in der Geräuschkulisse der Stadt verschwindet und uns meist nur kurz aufhorchen lässt. Für die Berufsfeuerwehr Innsbruck, die dann ausrückt, beginnt hingegen genau in diesem Moment ihre Arbeit.

Für diese Podcastfolge war ich in der Stubn mit Marcus Wimmer und Maria Nuener von der Berufsfeuerwehr Innsbruck im Gespräch. Zwei Menschen, die ihren Beruf aus unterschiedlichen Blickwinkeln erleben und dennoch ein gemeinsames Ziel verfolgen: jederzeit bereit zu sein, wenn Innsbruck Hilfe braucht.

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Mehr als Feuer löschen

Wer an die Feuerwehr denkt, hat meist lodernde Flammen und Blaulicht im Kopf. Tatsächlich ist der Berufsalltag vielseitiger. Überraschenderweise, wie ich während des Gesprächs mit Marcus und Maria feststelle, machen Brände heute nur einen Teil der Einsätze der Berufsfeuerwehr Innsbruck aus. Technische Hilfeleistungen, Verkehrsunfälle, Gefahrstoffe, Unwetter oder Menschenrettungen gehören ebenso dazu. Das Feuerwehrteam besteht deshalb aus allerhand unterschiedlicher Spezialist:innen, wie mir Maria und Marcus erklären. Von Tauchprofis über Gefahrstoffexpert:innen bis hin zum Schlangenflüsterer (ja, Marcus hat sich nach seiner ersten Schlangenrettung auf die Tiere spezialisiert). 

Und gerade weil die Einsätze so vielseitig sind, sind in der täglichen Arbeit der Berufsfeuerwehr neben körperlicher Fitness, Organisation, Teamarbeit und die Fähigkeit, auch unter enormem Zeitdruck einen kühlen Kopf zu bewahren mindestens genauso wichtig.

Eine Stadt mit besonderen Herausforderungen

Innsbruck ist keine gewöhnliche Stadt. Historische Altstadt, Tunnel, große Veranstaltungsorte, dichtes Stadtgebiet und gleichzeitig die Berge direkt vor der Haustüre – diese Kombination macht auch die Arbeit der Berufsfeuerwehr besonders.

Je nach Jahreszeit verändern sich die Anforderungen zusätzlich. Im Winter bringen tausende Gäste die Stadt zum Leben, im Sommer zieht es Einheimische und Urlauber gleichermaßen in die Berge. Für die Einsatzkräfte bedeutet das: auf die unterschiedlichsten Szenarien vorbereitet zu sein – oft innerhalb weniger Minuten.

Maria und Marcus erzählen mir von Einsätzen, die sie als besonders anspruchsvoll oder besonders beeindruckend empfunden haben und ich könnte ihnen dabei stundenlang zuhören. Zumal ihnen die Geschichten nicht auszugehen scheinen... aber kein Wunder bei über 4.000 Einsätzen im Jahr. 

Aber nicht jede Gefahr bei Einsätzen ist sichtbar. Gerade moderne Technologien stellen die Feuerwehr vor neue Herausforderungen. E-Autos, Batteriespeicher oder Photovoltaikanlagen verlangen spezielles Wissen und laufende Weiterbildung.

Maria beschäftigt sich als Expertin für Gefahrenstoffe intensiv mit diesem Bereich. Im Gespräch wird dann schnell klar, wie sehr sich der Beruf in den vergangenen Jahren verändert hat. Feuerwehr bedeutet heute längst nicht mehr nur "Wasser marsch" – sondern hochspezialisierte Ausbildung, moderne Technik und permanente Weiterentwicklung.

Zusammenhalt, wenn es darauf ankommt 

Was beide Gesprächspartner immer wieder deutlich machen: Keine Einsatzkraft arbeitet alleine.
Vertrauen entsteht nicht erst im Ernstfall, sondern im täglichen Miteinander. Jeder Handgriff muss sitzen, jede Entscheidung aufeinander abgestimmt sein. Gerade bei schwierigen Einsätzen wird deutlich, wie wichtig Kameradschaft und gegenseitiges Vertrauen sind. Und man lernt sich im Berufsfeuerwehr-Alltag richtig gut kennen, wie die beiden erzählen. 24 Stunden Dienste, gemeinsames Trainieren, Essen und das Füreinander-da-sein nach schwierigen Einsätzen schweißt zusammen. 

Innsbruck aus einer anderen Perspektive

Die Berufsfeuerwehr erlebt die Stadt dann, wenn viele schlafen, feiern oder gerade einen der schwierigsten Momente ihres Lebens durchmachen. Dadurch entsteht ein Blick auf Innsbruck, den die meisten von uns nie kennenlernen. Maria, Marcus und ihr Team nehmen Innsbruck auf alle Fälle anders wahr seit sie bei der Berufsfeuerwehr sind. 

Ob es sich um einen kleinen technischen Einsatz oder einen Großeinsatz handle - die Verantwortung bleibe immer dieselbe. Auch die Geschichten zu den Einsätzen seien oft Jahre danach noch in ihren Köpfen, wie Maria und Marcus erklären. Nicht immer nur deshalb, weil der Einsatz spektakulär war, sondern vor allem wegen der Menschen dahinter und echten Emotionen: Dankbarkeit, Erleichterung, Freude. 


Nach unserem Gespräch bleibt vor allem eines hängen: Hinter jeder Sirene steckt weit mehr als ein Einsatzfahrzeug.

Es sind Menschen, die Verantwortung übernehmen, Entscheidungen treffen und sich ständig auf neue Herausforderungen einstellen müssen. Menschen, die im Hintergrund arbeiten, damit sich andere sicher fühlen können.

Ich hoffe euch hat das Gespräch mit Maria und Marcus genauso beeindruckt, wie mich selbst!

Bis zum nächsten Mal in der Stubn, 
Eure Sandra mit Stubnhocker Christian 

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