© Stubnhocker
Wer einmal am Olympia Eiskanal in Igls gestanden ist, weiß: Von außen wirkt alles erstaunlich ruhig. Erst wenn ein Schlitten vorbeischießt, wird klar, mit welcher Geschwindigkeit und Präzision hier gearbeitet wird. Was für Zuschauer:innen nur wenige Sekunden dauert, ist für die Athlet:innen das Ergebnis unzähliger Trainingsstunden – und jahrelanger Erfahrung.
Für diese Podcastfolge durfte ich zwei der erfolgreichsten Wintersportler Tirols bei uns in der Stubn begrüßen: Skeleton-Pilotin Janine Flock und Rennrodler Wolfgang Kindl. Zwei Sportarten, dieselbe Bahn – und doch zwei völlig unterschiedliche, inspirierende Welten.
Videopodcast Janine Flock und Wolfgang Kindl
Audiopodcast Janine Flock und Wolfgang Kindl
Zwei Schlitten, zwei Perspektiven
Auf den ersten Blick sehen Skeleton und Rennrodeln für den Laien ähnlich aus. Beide rasen mit weit über 100 km/h durch den Eiskanal, beide kämpfen um Hundertstelsekunden. Im Gespräch wird jedoch schnell klar: Die Unterschiede beginnen schon beim Start und ziehen sich bis ins Ziel.
Während Janine kopfüber auf ihrem Schlitten liegt und jede Unebenheit der Bahn unmittelbar spürt, steuert Wolfgang seinen Rennrodel mit einer völlig anderen Technik durch die Kurven. Was beide verbindet, ist allen voran die Zielstrebigkeit, mit der sie ihre jeweilige Sportart seit Jahren verfolgen und präzisieren.
Zuhause zwischen Bergen und Eiskanal
Obwohl der Weltcup die beiden rund um den Globus führt, bleibt Tirol ihre sportliche Heimat. Kaum irgendwo sonst treffen alpine Landschaft, moderne Infrastruktur und Wintersporttradition so eng aufeinander wie in Innsbruck.
Mit dem Olympia Eiskanal in Igls verfügt die Region über eine Trainingsstätte, die seit Jahrzehnten internationale Spitzensportler:innen hervorbringt. Sowohl für Janine als auch für Wolfgang stellt dieser Ort mehr als nur eine Wettkampfstätte dar – er wurde zum zweiten Zuhause und zum Ausgangspunkt ihrer Karriere.
Wir diskutieren im Gespräch, ob es Zufall ist, dass so viele Spitzenathlet:innen aus Tirol kommen - mit der Erkenntnis: Die Berge beginnen praktisch vor der Haustüre, der Wintersport hat eine lange Tradition und mit der Olympia-Infrastruktur finden junge Talente ideale Bedingungen vor.
Gleichzeitig zeigt der Austausch mit Janine und Wolfgang aber auch: Talent allein reicht nicht. Leidenschaft, Geduld und die Bereitschaft, über viele Jahre konsequent an sich zu arbeiten, sind mindestens genauso entscheidend. Das bestätigt einmal mehr der Blick auf die Mitte des Sofas, wo Janine und Wolfgang liebevoll ihre Olympia-Medaillen aufgelegt haben.
Im Gespräch erzählen sie, wie viele Menschen hinter einer erfolgreichen Saison stehen. Trainer:innen, Serviceteams, Physiotherapeut:innen, Materialentwickler:innen und Trainingspartner:innen leisten oft genauso viel wie die Athlet:innen selbst. Gerade in Sportarten, in denen Hundertstel entscheiden, kann jedes Detail den Unterschied ausmachen.
Von Geschwindigkeit, Routine und neuen Erfolgen
Ein paar Fragen drängen sich fast automatisch auf - zum Beispiel: Gewöhnt man sich eigentlich an Geschwindigkeiten von rund 130 km/h?
Oder auch: Wie fühlt es sich überhaupt an, wenn man eine Olympia-Medaille gewinnt?
Die Antworten zeigen schnell, dass weder das eine noch das andere, weder für Janine noch für Wolfgang, mit der Zeit selbstverständlich wird. Der Respekt vor der Bahn bleibt – unabhängig davon, wie viele Trainingsfahrten oder Wettkämpfe bereits absolviert wurden. Und auch große Erfolge verlieren ihren besonderen Wert nicht. Hinter jeder Medaille stehen unzählige Stunden Training, Rückschläge, Disziplin und ein Team, das den Weg bis ganz nach oben mitträgt. Besonders spannend wird unser Gespräch, als Janine und Wolfgang von ihren Erlebnissen bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Cortina erzählen. Da bekomme ich sogar Gänsehaut.
Vorfreude auf die Heim-WM
Mit Spannung richtet sich der Blick der Rodler-Welt bereits auf das Jahr 2027. Dann wird Innsbruck-Igls erneut zum Mittelpunkt der internationalen Rennrodelszene, wenn die Weltmeisterschaften nach Tirol kommen. Die Rodel-WM wird Anfang Februar über die Bühne gehen - mit Wolfgang Kindl, so sein Plan.
Für Athlet:innen bedeutet eine Heim-WM immer etwas Besonderes: vertraute Umgebung, viele bekannte Gesichter und ein Publikum, das jede Kurve mitfiebert. Für Besucher.innen bietet sich gleichzeitig die Gelegenheit, Spitzensport hautnah zu erleben.
Nach dem Gespräch mit Janine und Wolfgang bleibt vor allem eines hängen: Was im Fernsehen oft nach wenigen Sekunden vorbei ist, ist in Wirklichkeit das Ergebnis von jahrelanger Hingabe und unsagbarer Disziplin. Und genau diese Leidenschaft spürt man bei Janine Flock und Wolfgang Kindl vom ersten bis zum letzten Satz.
Ich hoffe ihr habt das Gespräch mit den beiden Rodel-Stars genauso inspirierenden empfunden wie ich und ich wünsche euch alles Gute, bis zum nächsten Mal!
Eure Sandra mit Stubnhocker Christian
Sandra ist Moderatorin und Sprecherin aus Tirol. Außerdem ist sie im Innsbruck Podcast zu sehen und zu hören. Dort entdeckt sie gemeinsam mit euch die spannendsten Geschichten der Region.
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