© Lea Hajner
In der Innsbrucker Altstadt tut sich kulinarisch gerade einiges: Neue Lokale eröffnen, bringen frische Konzepte mit und bereichern die ohnehin vielfältige Gastronomieszene. Und ich bin mir sicher: Für jeden Geschmack ist etwas dabei – ob asiatisch, italienisch, Levante-Küche oder einfach richtig leckere, unkomplizierte Gerichte auf Top-Niveau!
MULLET kitchen&bar – Highlight zum Auftakt
New in Town und eine absolute Empfehlung: das MULLET kitchen&bar! Gleich neben dem Café-Bar Moustache. © Elisabeth de Koekkoek
© Elisabeth de Koekkoek
Ich hatte die große Ehre, am 4. September 2026 beim Soft-Opening dabei sein zu dürfen. Eingeladen waren Freunde und Familie, die das neue Lokal sozusagen schon einmal „testen“ durften, bevor es in der Folgewoche richtig losging. Ich wurde ganz spontan gefragt und hatte deshalb gar keine großen Erwartungen. Hätte ich welche gehabt, glaubt mir: Sie wären definitiv übertroffen worden. Denn um eines gleich vorwegzunehmen: Ich habe schon lange nicht mehr so gut gegessen! Und ja, ich bin ein Freund von Superlativen und übertreibe auch gerne mal. Aber dieses Mal kann ich gar nicht genug schwärmen. Es war einfach sooo, so gut!
Simple Gerichte, aber auf Top-Niveau
Hinter MULLET kitchen&bar steckt kein Unbekannter. Stephan Haas kennen die meisten wahrscheinlich schon aus der Bar Fuchs und Hase am Domplatz. Falls nicht: großer Fehler, denn hier gibt’s wirklich leckere Drinks! Wie dem auch sei, mit dem MULLET kitchen&bar war es Stephan wichtig, ein Lokal zu eröffnen, das sich nicht auf eine bestimmte Länderküche spezialisiert hat. Auf den Teller kommen einfache Gerichte, die mit hochwertigen Zutaten und viel Sorgfalt auf ein neues Niveau gehoben werden. Dabei geht es nicht um großes Chi-Chi oder starre Regeln, sondern um das Wesentliche: gutes Essen und eine entspannte Atmosphäre. „Es geht um Kulinarik, nicht um Etikette“, bringt Stephan die Idee auf den Punkt.
Wenn selbst Karfiol zum Gourmet-Erlebnis wird
Mein Bruder ist ein wirklich guter (Hobby-)Koch und ein kleiner Gourmet. Das Erste, was ich gemacht habe, als ich das MULLET verlassen habe, war, ihm zu texten, dass ich ihm das Lokal mit 100 Prozent gutem Gewissen empfehlen kann, wenn er einmal ausgezeichnet essen gehen möchte, ohne dabei zu tief in den Geldbeutel greifen zu müssen. Und dass ich noch niemals einen so guten Karfiol gegessen habe – ja, genau, einfach „nur“ Karfiol. Ich meine: Wenn aus einem normelen Gemüse wie Karfiol plötzlich etwas wird, bei dem man sich denkt: „Wow, so gut habe ich noch nie gegessen“, dann hat der Koch doch eigentlich alles richtig gemacht, oder? Was will man mehr?
Wie schafft man es bitte, aus so einem einfachen Gericht wie gebackenem Karfiol so etwas unglaublich Leckeres zu machen? © Elisabeth de Koekkoek
Mit viel Liebe zubereitet – und das schmeckt man! © Elisabeth de Koekkoek
Wenn Kreativität auf System trifft: Gerichte aus aller Welt
Apropos Koch: Stephan war es besonders wichtig, gemeinsam mit seinem Küchenteam eine klare Struktur und einen eigenen Stil zu entwickeln. Was letztendlich auf der Karte landet, überlässt er aber den Köchen selbst. Ein Team, das sich gegenseitig beflügelt, in dem Kreativität auf System trifft – für mich die perfekte Mischung. Neben dem von mir bereits viel gepriesenen Karfiol finden sich auf der Karte Gerichte wie Seesaibling mit fermentierten Tomaten, Pak Choi und Knoblauch oder Gnocchi Cacio e Pepe . Aber auch Fans der asiatischen Küche kommen auf ihre Kosten, zum Beispiel mit Som Tam . Und was natürlich ebenfalls nicht fehlen darf: wirklich leckere Drinks! Hier geht meine ganz persönliche Empfehlung an die farbenfrohen „Sprudel“. Prosecco und Soda, verfeinert zum Beispiel mit Grapefruit, Lila Limette oder Basilikum. Herrlich erfrischend – und mindestens genauso schön anzusehen, wie sie schmecken.
Im MULLET kitchen&bar kommen Gerichte aus aller Welt auf den Tisch. © Lea Hajner
Wichtig ist einfach, dass es schmeckt – und das tut es definitiv! © Lea Hajner
Gutes Essen verbindet!
Was im MULLET auf keinen Fall unerwähnt bleiben darf, ist der Gedanke, Menschen wieder ganz bewusst zusammenzubringen. Klingt im ersten Moment vielleicht etwas pathetisch – aber im Gespräch mit Stephan wird mir klar, wie sehr genau das in der Gastronomie teilweise verloren geht. Wie oft bestellen wir mittlerweile gar nicht mehr bei einem Kellner, sondern scannen einen QR-Code, tippen unsere Bestellung in ein Tablet oder drücken sie gleich selbst in einen Automaten? Besonders im Ausland ist mir das schon oft aufgefallen. Und auch bei uns in Österreich hält das digitale Bestellen immer mehr Einzug. Das MULLET setzt hier bewusst dagegen: Persönlicher Service ist wichtig. Es geht darum, miteinander ins Gespräch zu kommen, sich auszutauschen und sich einfach wohlzufühlen. Und wer einmal alleine ins MULLET kommt, aber trotzdem Lust auf Gesellschaft hat, kann sich an den „Community Table“ setzen. Dabei handelt es sich um eine lange Tafel, an der man ganz ungezwungen Platz nehmen, gemeinsam essen und – wenn man möchte – mit anderen Gästen ins Gespräch kommen kann.
Eine absolute Herzensempfehlung!
Um es auf den Punkt zu bringen: Das MULLET kitchen&bar ist eine absolute Herzensempfehlung meinerseits! Aktuell ist das Lokal von Dienstag bis Sonntag abends geöffnet. Stephan plant allerdings bereits, die Öffnungszeiten auszuweiten und in Zukunft auch Frühstück und Mittagstisch anzubieten. Und bis dahin: Tut euch selbst einen Gefallen und schaut vorbei. Ihr werdet begeistert sein!
Umai Ramen – ein kleines Stück Japan mitten in der Altstadt
Nach diesem ersten kulinarischen Highlight geht es weiter nach Japan – zumindest geschmacklich. Denn in der Herzog-Friedrich-Straße hat mit dem Umai Ramen ein neues Lokal eröffnet, das Ramen-Fans definitiv besuchen sollten. Ich will ja nicht prahlen, aber mittlerweile bin ich ein Ramen-Experte. Okay, vielleicht nicht ganz. Aber ich hatte heuer das große Vergnügen, nach Japan zu reisen und „echtes, authentisches“ Ramen zu probieren.
New! Ein kleines Stückchen Japan hat sich mitten in der Innsbrucker Altstadt niedergelassen: das Umai Ramen. © Elisabeth de Koekkoek
Ramen für alle – auch für Pflanzenfresser
Was mir in Japan allerdings immer wieder aufgefallen ist: Als Vegetarierin ist die Auswahl teilweise ziemlich eingeschränkt. Viele Ramen werden mit Brühen auf Fleisch- oder Fischbasis zubereitet – und gerade in den Läden, in denen die Einheimischen essen, war die Auswahl für mich ziemlich klein, oder es gab einfach gar nichts. Genau das ist im Umai Ramen anders. Hier kommen auch wir Vegetarier auf unsere Kosten. Ich habe mich für das Curry Ramen mit Tofu entschieden – und war wirklich begeistert. Dazu gab es eine hausgemachte Ingwer-Limonade, die ebenfalls richtig lecker war.
Ramen geht immer! Tofu auch! Curry sowieso! Und mit Kokosmilch und Lemongras wird’s erst richtig lecker. © Elisabeth de Koekkoek
Umai – zu Deutsch lecker: Der Name ist Programm
Für mich ein absoluter Pluspunkt am Umai Ramen : die Lage mitten in der Altstadt! Das Lokal eignet sich perfekt als Zwischenstopp, wenn man vom Sightseeing hungrig geworden ist und sich kurz entspannen möchte. Man kann gemütlich draußen sitzen (auch bei Regen, denn die Tische sind teilweise überdacht), die Seele baumeln lassen, während man sein Ramen schlürft – so, wie es die Japaner tun – und einfach kurz abschalten. Und falls ihr euch fragt, was „Umai“ eigentlich bedeutet: Das japanische Wort steht für „lecker“. Ein ziemlich passender Name, wie ich finde. Mein Fazit: Wer Lust auf Ramen oder Sushi hat, mitten in der Altstadt eine gemütliche Pause einlegen möchte und dabei richtig gutes Essen genießen will, ist im Umai Ramen genau richtig.
innsieme – Dolce Vita mitten in Innsbruck
Und weil wir gerade bei der Herzog-Friedrich-Straße sind, bleiben wir gleich dort – genauer gesagt direkt gegenüber vom Umai Ramen . Auch das innsieme hat auf mich einen richtig guten Eindruck gemacht. Und die Lage ist natürlich auch hier ein großer Pluspunkt: mitten in der Altstadt und damit der perfekte Ort für eine kleine kulinarische Pause zwischendurch. Auf der Karte stehen italienische Klassiker und jede Menge Gerichte, die nach Urlaub in Italien klingen: Pinsa, Panini, Focaccia, Antipasti, Pasta und vieles mehr. Auch bei den Dolci darf natürlich nicht gespart werden: Panna Cotta, Cannoli und Co. gehören genauso dazu wie ein guter italienischer Kaffee.
Da will man sich doch gleich ein Croissant und einen Café schnappen und einen auf Dolce Vita machen! © Elisabeth de Koekkoek
Sieht das lecker aus! Da bekommt man Lust auf Burrata mit frischen Tomaten und Rucola, oder? © Elisabeth de Koekkoek
In Innsbruck kennt italienische Lebensfreude keine Regeln
Ich kleiner „Frevler“ habe mich am Nachmittag übrigens für einen Cappuccino mit Hafermilch entschieden. Etwas, das man sich in Italien wohl besser nicht erlauben sollte – dort bestellt nach 11:00 Uhr niemand mehr einen Cappuccino. Im innsieme hat mich zum Glück keiner böse angeschaut. Ich finde, das innsieme eignet sich aber auch für einen entspannten After-Work-Drink. Denn mal ehrlich: Was heitert einen nach einem anstrengenden Tag mehr auf als ein Aperol Spritz oder ein Hugo? Mein Fazit: Wer ein bisschen Dolce Vita mitten in Innsbruck genießen möchte, ist im innsieme genau richtig.
Meine Devise: Cappuccino geht immer – vor allem mit Hafermilch! © Elisabeth de Koekkoek
Gemütlich, zentral, italienisch: das innsieme in der Innsbrucker Altstadt © Elisabeth de Koekkoek
In der Innsbrucker Altstadt hat sich kulinarisch also viel getan! Die drei Lokale sind absolut einen Besuch wert, jedes auf seine Art, jedes einzigartig und anders. Also tut euch selbst einen Gefallen und schlemmt euch durch die Innsbrucker Altstadt!
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Mama, Serienjunkie und Naturmensch mit einer großen Vorliebe für gutes Essen und die Berge!
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