© Elisabeth de Koekkoek
Viele verbinden Innsbruck mit Winter, Schnee und Sport – und das zu Recht. Unsere Alpenmetropole hat aber auch im Sommer einiges zu bieten: Wandern, Sightseeing, Kultur und eine lebendige Gastroszene locken jedes Jahr zahlreiche Besucher an. Zur Wahrheit gehört jedoch auch: Selbst Innsbruck bleibt von der Hitze nicht verschont. Steigen die Temperaturen an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf über 30 Grad, spricht man von einer Hitzewelle. Solche Hitzeperioden treten in den vergangenen Jahren immer häufiger auf, dauern länger an und stellen sowohl Einheimische als auch Gäste vor neue Herausforderungen.
Abkühlen in Innsbruck
Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, setzt Innsbruck auf zahlreiche Maßnahmen – von mehr Grün und Schatten über frei zugängliche Trinkwasserangebote, kostenlose Sonnencreme-Angebote bis hin zu sogenannten Cooling Zones. Innsbruck tut viel um seine Bewohner und Besucher zu schützen und trotz Hitze einen schönen Sommer zu bescheren.
Die Stadt Innsbruck begegnet Hitzeperioden mit einem gezielten Hitzeaktionsplan. © Elisabeth de Koekkoek
Sicher aktiv trotz Sommerhitze
Innsbruck und Sport gehören einfach zusammen. Ob Wandern, Laufen, Radfahren oder Klettern – kaum eine andere Stadt bietet so viele Möglichkeiten, direkt vor der Haustür aktiv zu sein. Gerade deshalb ist es wichtig zu wissen, wie man sich an heißen Tagen richtig schützt. Ich habe Christine Schermer vom Referat Stadtklima und Umwelt nach ihren wichtigsten Tipps für Berg- und Freizeitsportler gefragt: „Wichtig ist, früh zu starten und die Tour gut zu planen. Viel Wasser trinken, den Sonnenschutz nicht vergessen – Kopfbedeckung, Sonnenbrille und Sonnencreme sind ein Muss. Am besten packt man auch gleich ein zweites T-Shirt ein. Viele Menschen, besonders auch junge und sportliche, überschätzen sich selbst. Sie trauen sich zu viel zu, achten nicht auf ihren Körper, trinken zu wenig und landen dann im schlimmsten Fall in der Notaufnahme.“ Passend dazu hat das Land Tirol einen Folder speziell für Berg- und Freizeitsportler gedruckt. Werft einen Blick hinein – es lohnt sich!
Wichtig: Wer im Sommer Sport treibt, sollte gut auf sich achten – und vor allem ausreichend trinken. © Elisabeth de Koekkoek
Sonnencreme to go: einfach, kostenlos, praktisch
Aber nicht nur am Berg oder beim Sport sollte man sich vor der Sonne schützen, sondern auch beim Sightseeing, Bummeln oder wenn man einfach gemütlich im Café sitzt. Es ist kein Geheimnis, dass starke Sonneneinstrahlung und Hitze gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Wir alle wissen das – und trotzdem vergisst man im Alltag oft, sich ausreichend mit Sonnencreme einzucremen, bevor man das Haus verlässt. Genau deshalb haben sich das Land Tirol, die Stadt Innsbruck und der Alpenzoo Innsbruck-Tirol etwas richtig Tolles einfallen lassen: Seit heuer gibt es an drei stark frequentierten Standorten in Innsbruck kostenlose Sonnencreme-Spender. Die modernen Spender befinden sich am Landhausplatz, am Innsbrucker Marktplatz sowie im Gelände des Alpenzoos und bieten Einheimischen wie Gästen einen unkomplizierten und kostenlosen Zugang zu wirksamem Sonnenschutz.
Kostenlose Sonnencreme mit LSF 30 – an drei Standorten in Innsbruck. © Elisabeth de Koekkoek
Ein Muss an sonnigen Tagen: Sonnencreme schützt die Haut und hilft, Hautalterung und Hautkrebs vorzubeugen. © Elisabeth de Koekkoek
„Die Sonnencreme-Spender werden richtig gut angenommen“, erzählt Frau Schermer stolz. „Ich habe selbst beobachtet, wie sie im Vorbeigehen genutzt werden, und auch auf Social Media viele Beiträge gesehen, in denen sich die Menschen sehr positiv über die Aktion äußern.“
Kostenloses Trinkwasser mit der Wassertropfen-Aktion
Aber nicht nur von außen müssen wir uns vor der Hitze schützen. Genauso wichtig ist es, ausreichend zu trinken – und der beste Durstlöscher ist bekanntlich Wasser. Da trifft es sich gut, dass die Stadt Innsbruck eine weitere Anti-Hitze-Maßnahme ins Leben gerufen hat: die sogenannte Wassertropfen-Aktion. Entdeckt ihr an einem Geschäft oder Lokal den Aufkleber in Form eines Wassertropfens, wisst ihr sofort: Hier könnt ihr eure Wasserflasche kostenlos mit frischem Leitungswasser auffüllen.
Das Wassertropfen-Symbol zeigt: Hier könnt ihr eure Wasserflasche kostenlos mit frischem Leitungswasser auffüllen. Im Bild: die Buchhandlung Tyrolia in der Maria-Theresien-Straße. © Elisabeth de Koekkoek
Bestes Innsbrucker Trinkwasser – immer griffbereit
Es ist ein großes Privileg, dass aus unseren Leitungen frisches Trinkwasser in bester Qualität sprudelt. Doch nicht nur zu Hause können wir uns darauf verlassen: Im gesamten Stadtgebiet von Innsbruck gibt es mehr als 160 öffentliche Trinkwasserbrunnen. Durstig beim Sightseeing? Kein Problem – die Wasserflasche ist im Handumdrehen mit bestem Innsbrucker Trinkwasser aufgefüllt. Und nicht nur die Brunnen in der Innenstadt sorgen für Erfrischung: Auch zahlreiche Wegbrunnen entlang der Wanderwege und in den Wäldern stehen Spaziergänger und Sportler zur Verfügung. Unser Innsbrucker Wasser ist etwas ganz Besonderes: Es kommt tief aus den Alpen, sickert über viele Jahre durch den Fels und gelangt schließlich lupenrein, mineralienreich und köstlich zu uns. Alle Trinkwasserstellen in Tirol findet ihr im Trinkwassermapping des Landes Tirol – so habt ihr die nächste Erfrischung immer im Blick.
Ein echtes Privileg: Über 160 öffentliche Brunnen versorgen Innsbruck mit frischem Trinkwasser in bester Qualität. © Elisabeth de Koekkoek
Am Adolf-Pichler-Platz sorgt dieser süße Fisch für frisches Trinkwasser – besonders willkommen bei Kindern, die sich am Spielplatz austoben. © Elisabeth de Koekkoek
Cooling Zones – kühle Orte zum Durchatmen
Ich denke, die meisten von uns kennen das Gefühl: Eine Hitzewelle rollt über Innsbruck und plötzlich wird es in der eigenen Wohnung oder im Hotelzimmer unangenehm warm. Also nichts wie raus – aber wohin? Genau für solche Situationen hat die Stadt Innsbruck sogenannte Cooling Zones ins Leben gerufen. Dabei handelt es sich um kühle, niederschwellige und konsumfreie Indoor-Orte, die Sitzmöglichkeiten, Informationen, meist eine Toilette und Zugang zu Trinkwasser bieten – etwa in den ISD-Wohnheimen, Einkaufszentren oder der Stadtbibliothek. Natürlich treffen wir uns im Sommer gerne mit Freunden in einem Café oder Lokal. Aber es tut einfach gut zu wissen, dass es Orte gibt, an denen man nichts konsumieren muss, sondern einfach ankommen, sich abkühlen und ein bisschen verweilen darf.
INN-Oasen – noch mehr Abkühlung
Ergänzt werden die Indoor-Cooling-Zones durch die sogenannten INN-Oasen, die von der Caritas ins Leben gerufen und über das Freiwilligennetzwerk betreut werden. Während die Cooling Zones vor allem kühle Innenräume anbieten, schaffen die INN-Oasen zusätzliche Rückzugsorte im Freien und an besonderen Orten in der Stadt. Dabei handelt es sich um Gärten, Parks sowie kühle Bereiche in Kirchen oder Unternehmen, die zum Verweilen und Abkühlen einladen. Besucher finden dort Sitzmöglichkeiten, ausreichend Trinkwasser und hilfreiche Informationen rund um den richtigen Umgang mit Hitze. Auch Fächer stehen bereit, mit denen man sich an heißen Tagen etwas Erleichterung verschaffen kann. Erkennbar sind die INN-Oasen an den Klappstühlen mit dem Branding der Stadt Innsbruck – einfach Platz nehmen, durchatmen und die kühleren Momente genießen.
Ob Garten, Park, Kirche oder Unternehmen – INN-Oasen laden an heißen Tagen zum Verweilen und Abkühlen ein. © Elisabeth de Koekkoek
Quick Fixes – schnelle Lösungen gegen die Hitze
Das waren nur einige Beispiele für die Maßnahmen, mit denen die Stadt Innsbruck für mehr Abkühlung sorgt. Doch die Liste ist noch viel länger. Unter dem Begriff „Quick Fixes“ werden verschiedene kurzfristige und flexible Hitzeschutzmaßnahmen zusammengefasst, die dort eingesetzt werden können, wo schnell eine Verbesserung notwendig ist. „Wir achten zum Beispiel darauf, dass es ausreichend Schatten gibt. Auf Spielplätzen schaffen wir das mit Sonnensegeln, auf öffentlichen Plätzen mit sogenannten mobilen Bäumen – also Bäumen in Trögen, die dort aufgestellt werden, wo sie gebraucht werden“, erklärt Frau Schermer.
Abkühlung kommt von oben
Aber auch Sprühnebel sind ein gutes Kühlelement. Wer schon einmal am Sparkassenplatz oder im Ing. Etzel-Park war, dem ist der feine, kühle Wassernebel, der von oben kommt, sicher schon aufgefallen. An heißen Tagen sorgt er für eine willkommene Erfrischung und macht den Aufenthalt im Freien gleich viel angenehmer. Auch am Marktplatz setzen einige Lokale auf diese einfache, aber effektive Möglichkeit, ihren Gästen an warmen Sommertagen eine kleine Abkühlung zu bieten.
Eine grüne Oase in der Stadt: Dank des Projekts „cool-INN“ ist der Messepark heute ein kühler Rückzugsort an heißen Tagen. © Elisabeth de Koekkoek
Kühler Wassernebel sorgt am Sparkassenplatz für eine willkommene Erfrischung. © Elisabeth de Koekkoek
Klimafit in die Zukunft
Neben all den kurzfristigen Maßnahmen braucht es vor allem mittel- und langfristige Strategien, um Innsbruck nachhaltig klimafit zu machen. Dazu zählen beispielsweise Dach- und Fassadenbegrünungen, klimafitte Platz- und Straßengestaltungen, das Projekt Superblock sowie das Baumreihenkonzept – eine strategische Planungsmaßnahme, die festlegt, wo und wie künftig neue Bäume im Stadtgebiet gepflanzt werden können. „Klimawandelanpassung ist ein Querschnittsthema, an dem viele Ämter und Referate arbeiten - wir haben einige Projekte in Planung“, verrät Frau Schermer.
Bei all den tollen Maßnahmen, die Innsbruck für heiße Tage bereithält, gilt: Den kühlsten Kopf bewahrt, wer auf die einfachen Dinge nicht vergisst. Also: ausreichend trinken, Kopfbedeckung und Sonnencreme einpacken und die warmen Sommertage in Innsbruck genießen!
Weitere Informationen zu den Hitzemaßnahmen der Stadt Innsbruck und eine Liste der Cooling Zones
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Mama, Serienjunkie und Naturmensch mit einer großen Vorliebe für gutes Essen und die Berge!
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