Flaurlinger Hexen bei der Fasnacht
27 February 2026
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Der Fasching ist zwar für heuer schon vorbei, aber dennoch hat er mir eine Riesenfreude gemacht. Ich mag es, mir zur "fünften Jahreszeit" Umzüge anzuschauen. Für mich gehört das einfach dazu: rausgehen, lachen und mich von den bunten Darbietungen berieseln zu lassen.

Viele denken bei den Tiroler Fasnachten in der Region sofort an große Namen wie das Schleicherlaufen in Telfs, ans Wampelerreiten in Axams oder die Muller und Matschgerer in den Marthadörfern. Doch abseits dieser bekannten Orte gibt es kleinere Fasnachten, die kaum jemand außerhalb der näheren Umgebung kennt – und genau diese finde ich ebenso spannend wie ihre großen „Geschwister“. Ich stelle heute drei Orte der Region Innsbruck und ihre Fasnachtsfeiern vor, nämlich Rietz, Oberhofen und Wildermieming. Drei Orte, drei unterschiedliche Ansätze und doch haben sie eines gemeinsam: Sie entstehen aus dem Dorfleben heraus und nehmen genau das aufs Korn, was die Menschen gerade beschäftigt.

Fasnacht in Rietz – Humor mit Weitblick

Die Rietzer Fasnacht bot eine große Bühne für alles, was im Dorf und in der Welt gerade Thema ist. Insgesamt traten acht Gruppen auf.

Den Auftakt machten die Rietzer Hexen, gefolgt von der Nazgruppe mit dem Naz, die einen humorvollen Ausblick auf das weitere Geschehen bot. Die Musikkapelle zog mit einem Schnapsfass durch den Ort und sorgte für eine tolle Stimmung.

Die Vogler nahmen unter anderem die Geschehnisse rund um die Peter-Anich-Hütte aufs Korn, während es bei den Lanigern international wurde: Trump, Putin und Kim Jong-Un traten auf und sorgten für absurde, aber treffende Szenen.

Die Saubuam sperrten Benko und Grasser in die Rietzer Justizvollzugsanstalt. Den Abschluss bildeten die Lump‘n mit ihrem Lump‘n TV, einer Fernsehsendung mit aktuellen Nachrichten aus der Gemeinde.

Was mir an der Rietzer Fasnacht gefallen hat, war die Mischung aus Dorfklatsch, Politik und Weltgeschehen. Man hatte einfach viel zu lachen...

Fasnacht in Oberhofen – meine Heimat, meine Fasnacht

In Oberhofen bin ich zuhause und natürlich ist der Besuch der Fasnacht ein Fixpunkt. Ich kenne sämtliche Beteiligten, aber dennoch war es neu für mich, dass die Gründung des Fasnachtsverein auf der Alm bei einer gemütlichen Runde zustande kam. 2006 war dann die erste Fasnacht im Dorf. Von Anfang an waren die Rabeler und die Austanggerer, die jeztigen Zwiederwurzn mit dabei. Die Musibanda folgte bald und seit heuer gehören auch die Oberhofer Lausbuam dazu. Als Gastgruppe sind seit jeher die Flaurlinger Hexen Teil des Geschehens.

Was die Oberhofer Fasnacht besonders macht, ist, dass sie ihr eigenes Ding durchzieht. Hier wird nichts kopiert oder nachgemacht – jede Idee entsteht aus dem Dorf heraus.

Programm in Oberhofen

Beim 20-jährigen Jubiläum traten heuer fünf Gruppen auf. Den Anfang machten die Flaurlinger Hexen mit einer lässigen Darbietung, danach folgten die Zwiederwurzn, die vor allem für ihre bissigen Sprüche in gereimter Form bekannt sind. Mit viel Wortwitz und Schärfe nahmen sie das Dorfgeschehen auseinander und hielten Oberhofen humorvoll den Spiegel vor. Die Musibanda unterhielt als verkleidete Hühnerschar nicht nur musikalisch, sondern ihr ausgelassener Auftritt riss das Publikum wahrlich mit. Danach traten die Rabeler auf, die heuer eine besonders originelle Idee hatten: Pumuckl mit seinem Meister Eder arbeitete die Geschehnisse im Dorf auf. Diese bekannten Figuren spielten so Einiges aus dem Oberhofer Leben an– liebevoll und deutlich. Den Abschluss bildeten die Lausbuam, die auf der Suche nach Oberhofens Superstar waren. Mit dieser Show griffen sie das Thema Unterhaltung und Selbstdarstellung auf und verbanden es mit dem Dorfleben – ein würdiger und unterhaltsamer Schlusspunkt.

Der Fasching beginnt in Oberhofen schon früh: Am 11. November startet alles mit dem Wagn Auffahrn. Der Fasnachtsverein organisiert den Kinderfasching, und an mehreren Wochenenden sind die Wägen für ein gemütliches Beisammensein geöffnet. Die Fasnacht ist hier also keine Eintagsfliege, sondern zieht sich wie ein roter Faden durch den ganzen Winter.

Fasnacht in Wildermieming – nah am Dorf

Bei der Fasnacht in Wildermieming konnte ich leider nicht live dabei sein, da zeitgleich die in Oberhofen stattfand. Auf jeden Fall besteht die Fasnachtsgruppe Wildermieming seit 2016, die erste Fasnacht fand 2017 statt. Sie ist bewusst einfach gehalten und bleibt thematisch ganz beim Dorf und seinen Geschichten.

Das Maskottchen ist der „Fratz“, und das Motto lautet: „Wo’s keine Tradition gibt, ist alles erlaubt.“ Genau so wirkt diese Fasnacht auch: offen, kreativ und ohne starre Vorgaben.

Die Gruppe zählt rund 32 Mitglieder, und eine Besonderheit ist, dass Frauen nicht nur unterstützen, sondern selbst aktiv auftreten. Der Umzug begann mit dem Böllerverein, danach folgte die Musikkapelle. Anschließend traten die Bäuerinnen als Sprechgruppe auf und erzählten humorvoll vom aktuellen Dorfgeschehen.

Den Abschluss bildete die Narrengruppe, die in Form eines kleinen Theaterstücks besondere Themen noch einmal aufgriff.

Eine echte Tradition gibt's dennoch: Der Reinerlös der Fasnacht kommt sozialen Zwecken zugute.

Kleine Fasnachten, große Wirkung

Rietz, Oberhofen und Wildermieming zeigen mir, dass Fasnacht nicht berühmt sein muss, um gut zu sein. Sie folgen keinen starren Regeln, sondern entstehen aus dem, was die Menschen bewegt: Dorfgeschichten, Missgeschicken, Politik, Nachbarschaft und Alltag.

Besonders schön finde ich, dass bei diesen kleinen Fasnachten das ganze Dorf auf den Beinen ist. Nicht nur die Mitwirkenden tragen die Fasnacht, sondern auch all jene, die im Hintergrund helfen und anwesend sind: als Zuschauer, beim Umsorgen und Verwöhnen der Fasnachter und des Publikums oder durch ihre Unterstützung.

Wie schon erwähnt, finde ich das das Brauchtum zur Faschingszeit wahnsinnig toll und sie gehören einfach zur Tiroler Tradition mit dazu. Aber ich bin nicht die einzige der Blogger-Community, die gerne bei den Fasnachten mit dabei ist. In Innsbruck findet man so einige Berichte dazu. 

Fasnacht in Axams: 

Brauchtum "Banden giahn" 

"Wampelerreiten" in Axams 

Weltkulturerbe "Wampelerreiten" 

Die Fasnacht in den MARTHA Dörfern: 

Die Rumer Muller 

Unesco Weltkulturerbe Rumer Muller

Das Schleicherlaufen in Telfs:

Gelebtes Brauchtum 

Fasnacht in Tirol 

Telfs im Ausnahmezustand

Oder sonstige Traditionen:

Die Patscher Schellenschlagerinnen

Goassl schnöllen 

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