Fronleichnamsprozessionen

Orte: alle in Tirol; Zeit: 60 Tage nach Ostern

Und wieder geht ein kirchliches Brauchtum direkt auf eine uralte, bäuerliche Tradition zurück: die des Bittganges. 60 Tage nach dem Ostersonntag ziehen die Menschen in Tirol feierlich durch ihr Dorf, besuchen im Lauf des Umgangs vier Altäre und führen wertvolle, holzgeschnitzte Heiligenfiguren mit, die Ferggelen genannt werden. Umgang deshalb, weil die Prozession meist um das Dorf herum geführt hat.

Die Bezeichnung geht auf das Mittelhochdeutsche „vrône lîcham“, ‚Leib des Herrn‘ zurück. Bei diesen Prozessionen könnte es sich um ein vorchristliches Relikt handeln, bei dem Menschen die Gnade der Götter - später die Gnade Gottes - erfleht haben und heute noch immer erflehen.

Die Herz-Jesu-Feuer - Berge in Flammen

Ort: in allen Orten Tirols; Zeit: am 3. Sonntag nach Pfingsten

Es ist der höchste Feiertag in Tirol, um die Zeit herum, wenn der längste Tag auf die kürzeste Nacht trifft. Denn dann brennen in Tirol Bergfeuer als Erinnerung an die ruhmreiche Zeit der Tiroler Schützen. Das uralte ‚Sonnwendfeuer‘ wird also um einen neuzeitlichen Mythos ergänzt.

1796 wurde das Land urplötzlich in die napoleonischen Kriege verwickelt, 7.000 wehrfähige Männer wurden in aller Eile militärisch geschult. Um sicher zu gehen, die Franzosen zu schlagen, wurde göttlicher Beistand beschlossen: Die Tiroler Schützen legten das Gelöbnis ab, das Land dem ‚Heiligsten Herzen Jesu‘ anzuvertrauen. Als die Tiroler 1809 dann die Franzosen am Berg Isel besiegten, wurde der Herz-Jesu-Sonntag zu einem ‚hohen Feiertag‘. Und der wird am Vorabend, also am Samstag, mit Bergfeuern eingeleitet. Meist wird christliche Ikonografie in die Berghänge ‚gebrannt‘, wie Kreuze, INRI und eben das Herz Jesu.

Maria Himmelfahrt, in Tirol der „Hohe Frauentag“

Ort: alle Orte in Tirol; Zeit: 15. August

Der Tiroler Landtag hat Maria Himmelfahrt 1959 zum Landesfeiertag ernannt. Damit ist der 15. August einer der höchsten Feiertage der Tiroler. Und einer der glanzvollsten. Denn an diesem Tag feiern die Tiroler, angeführt von bewaffneten Schützen, auch ihren überwältigenden Sieg über die napoleonischen Truppen bei der 3. Schlacht am Bergisel am 13. August 1809.

Wenig überraschend ist es deshalb auch, dass der Hohe Frauentag üblicherweise mit drei Kanonenschlägen um Schlag sechs Uhr früh lautstark ‚eingeschossen‘ wird. An diesem Tag gibt es in Tirol keine Schützenkompanie, die nicht auf den Füßen wäre, Salut schießt und den Tag anschließend bei Bier und Wein beschließt.

Eine weitere Tradition an diesem Tag ist die Verleihung von Auszeichnungen, Orden und Ehrenzeichen.

Böller schießen

Das ist eine wichtige Mitteilung für alle, die in unserer Region bisweilen schon frühmorgens mit Kanonenschüssen aus dem Schlaf gerissen werden. Es ist gottseidank kein Krieg. Im Gegenteil, Böllerschüsse künden bei uns in Tirol ganz besondere Tage an. Wie etwa den Hohen Frauen Tag am 15. August, den Herz-Jesu-Sonntag 60 Tage nach Pfingsten, Fronleichnam oder das Patrozinium. Bisweilen wird auch zu weniger ‚hohen‘ Anlässen geschossen wie etwa am 1. Mai, zu Muttertag (man will’s kaum glauben), oder zu Schützenfesten. Eine fixe Regel für die Böllereien gibt’s nicht, aber eine Faustformel: Immer dann, wenn den Schützen eine besondere Rolle im Rahmen eines Feiertages oder Festes zukommt, wird geschossen.

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